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Gymi-Prüfung: Vorbereitung in 7 Schritten

Gymi-Prüfung: Tipps für die Vorbereitung auf die Aufnahmeprüfung ins Gymnasium für Kinder und Eltern
Gymi-Prüfung: Die Vorbereitung ist nicht immer gleich lustig…

„Ich will die Gymi-Prüfung probieren“

Das ging schnell: Unser Grosser ist in der 6. Klasse! Während der gesamten Primarschulzeit ist er gerne zur Schule gegangen und hat diese bis jetzt mit ziemlicher Leichtigkeit besucht. Seine Noten sind vorwiegend gut bis sehr gut. Er war stets fleissig und hat manchmal das Gefühl gehabt, etwas unterfordert zu sein. Deshalb hat er während der 4. und 5. Klasse auch spannende Universikum-Kurse besucht, in denen er seine Stärken ausleben konnte. Es hat uns also nicht wirklich überrascht, dass er sich in Absprache mit seiner Lehrperson letzten Sommer entschieden hat, die Aufnahmeprüfung fürs Gymi zu versuchen. Seither steckt er in den Vorbereitungen und nimmt uns als gesamte Familie nolens volens mit auf sein spannendes, wenn auch bisweilen nerven- und kräftezehrendes Abenteuer. In den letzten Monaten haben wir als Familie einiges gelernt und viele Erfahrungen gemacht, die wir gerne mit euch teilen!

Gymi-Vorbereitung: Die Weichen werden früh gesetzt

#1: Die Schulnoten in der 5. Klasse als Indiz

Gymi-Prüfung: Tipps für die Vorbereitung auf die Aufnahmeprüfung ins Gymnasium für Kinder und Eltern
Gymi-Prüfung: Clever lernen kann man lernen!

Die Schulnoten in der 5. Klasse sind die ersten Indikatoren, ob ein Kind die Aufnahmeprüfung ans Gymi versuchen kann. In dieser Zeit ist es gut, wenn wir als Eltern das Kind beobachten und uns mit der Lehrperson austauschen. In der Regel wird anlässlich des Zeugnisgesprächs am Ende der 5. Klasse darüber diskutiert bzw. der Entscheid gefällt, ob sich das Kind während des 6. Schuljahres gezielt auf die Aufnahmeprüfung vorbereiten möchte und wenn ja, auf welchem Weg.

Der Startschuss erfolgt in der 6. Klasse

#2: Gute Erfahrungsnoten sammeln

Die Gymiprüfung besteht aus drei Teilen: einer Sprachprüfung, einem Mathematik-Test und einem Aufsatz. Die beste Vorbereitung während der 6. Klasse ist, dass das Kind konzentriert und aktiv weiter lernt, den Stoff gut versteht und bei jeder einzelnen Prüfung eine möglichst gute Note schreibt. Denn: Für die Aufnahmeprüfung ins Langzeitgymnasium zählen die Erfahrungsnoten aus dem letzten Zeugnis genauso viel wie die Prüfungsnoten. Mit einem guten Noten-Pölsterchen erscheint die Aufnahmeprüfung ein bisschen machbarer und verliert etwas von ihrer Bedrohlichkeit.

#3: Besuch des schulinternen Gymi-Vorbereitungskurses

Gymi-Prüfung: Tipps für die Vorbereitung auf die Aufnahmeprüfung ins Gymnasium für Kinder und Eltern
„Ich will ans Gymi!“

Wir sind nicht sicher, ob jede Schule ein solches Angebot aufweist, doch wir haben das Glück, dass unsere Schule für interessierte Schülerinnen und Schüler einen schulinternen Gymi-Vorbereitungskurs anbietet. Dieser findet wöchentlich über den Mittag statt und wird von zwei erfahrenen Lehrpersonen geleitet, die über ein grosses Knowhow verfügen, worauf es bei der Gymi-Prüfung ankommt.

Im Kurs beschäftigen sich die Kinder mit den beiden Prüfungsfächern Mathematik und Deutsch und arbeiten sowohl mit Material der Lehrpersonen als auch mit dem Buch „Ich will ans Gymi“ – ein Grundlagenwerk mit Strategien, Tipps und Übungen für den Eintritt ins Langgymnasium. Zusätzlich üben sie anhand von Prüfungen der Vorjahre. Solche Übungsprüfungen findet ihr auf der kantonalen Webseite www.zentraleaufnahmepruefung.ch. Ein weiteres Buch, das wir für diese Phase wärmstens empfehlen können, ist Clever lernen, das unser Grosser seit letzten Sommer immer wieder zu Rate gezogen hat.

Private Kurse

Es gibt ein vielfältiges Angebot an privaten Kursen zur Gymi-Vorbereitung. Doch es kann schwer fallen, sich innerhalb des grossen Angebots zu orientieren und sich für den passenden Kurs zu entscheiden. Die verschiedenen Kantonsschulen empfehlen, die schulinternen Angebote der Primarschulen zu nutzen und private Kurse nur in Sonderfällen (z.B. Schulwechsel) zu nutzen.

#4: Besuch von Informationsabenden

Gymi-Prüfung: Tipps für die Vorbereitung auf die Aufnahmeprüfung ins Gymnasium für Kinder und Eltern
Extrem gut besuchter Informationsabend zum Thema „Vorbereitung für die Gymi-Prüfung“

Die Informationsabende für zukünftige Gymi-Schüler und ihre Eltern, die jeweils im Herbst/Winter an den verschiedenen Kantonsschulen durchgeführt werden, bieten nicht nur eine weitere wichtige Entscheidungshilfe, ob sich ein Kind in einem Langzeitgymnasium wohl fühlen würde, sondern liefern sehr viele spannende Informationen und Tipps, wie wir Eltern unser Kind während der Vorbereitungszeit unterstützen können.

Der Besuch hat sich sehr gelohnt – nicht zuletzt, weil einem wunderbar deutlich gemacht wird, dass selbst wenn ein Kind die Aufnahme ans Langzeitgymi nicht schafft, es immer noch zahlreiche Möglichkeiten hat, einen akademischen Weg einzuschlagen.

#5: Besuch der in Frage kommenden Kantonsschulen

Gymi-Prüfung: Tipps für die Vorbereitung auf die Aufnahmeprüfung ins Gymnasium für Kinder und Eltern
Wie am Gymi: Eine Lektion in Latein!

Eine weitere Möglichkeit für das Kind zu prüfen, ob es sich an einem Langgymnasium wohlfühlen würde, ist die Teilnahme an den verschiedenen Besuchsmorgen der Kantonsschulen. Dort kann das Kind an „echten“ Gymi-Schulstunden teilnehmen und erhält einen Einblick in den gymnasialen Unterricht mit vielen Fächern und Lehrpersonen. Das Kind lernt das Schulhaus kennen, sieht die Mensa und die Bibliothek und erhält einen Eindruck, wo und wie es später einen Grossteil seiner Zeit verbringen wird. Unser Grosser hat die beiden Besuchstage der in Frage kommenden Kantonsschulen besucht und war vom Klima der beiden Schulhäuser begeistert!

#6: Anmeldung an der Kantonsschule

Die Anmeldung erfolgt online in den Monaten Dezember/Januar. Grundsätzlich kann die Schule frei gewählt werden. Ist eine Schule von ihren Platzverhältnissen her nicht mehr in der Lage, alle Anmeldungen zu berücksichtigen, finden Umverteilung statt. Bei der Wahl der Schule spielen in erster Linie die Nähe zum Wohnort, daneben vielleicht Familientraditionen oder bestehende Primarschul-Freundschaften eine Rolle.

Der Schlussspurt und die Rolle der Eltern

Gymi-Prüfung: Tipps für die Vorbereitung auf die Aufnahmeprüfung ins Gymnasium für Kinder und Eltern
Interesse und Verständnis zeigen: „Hast du Lust auf etwas Soulfood?“

Langsam gilt es ernst. Entsprechend hat unser Grosser in der Schule den Ernstfall bereits einmal getestet und einen Prüfungsdurchlauf durchgespielt. Ein weiterer erfolgt in den nächsten Wochen. Die verbleibende Zeit möchte unser Grosser noch möglichst gut nutzen. Dazu gehört eine weiterhin massvolle Vorbereitung, eine situative Reduktion von einzelnen ausserschulischen Aktivitäten und nicht zuletzt möglichst viel Schlaf.

Am Mittwoch, 30. Januar findet noch die Informationsveranstaltung Letzte Tipps für die Gymi-Prüfung im Lernmedien-Shop in Zürich statt. Die Autorin des Buches Entspannt ans Gymnasium, der ZKM-Verlag und das Team des Lernmedien-Shops beantworten an diesem Tag Fragen im Zusammenhang mit der Gymi-Prüfung. Wir sind gespannt auf die letzten Tipps!

#7: Unterstützung auf emotionaler Ebene

Auch wenn sich unser Kind grundsätzlich selbständig auf die Die Gymi-Prüfung vorbereiten muss und wir ihm als Eltern den Aufwand für die Vorbereitung nicht abnehmen können, so betrifft die Vorbereitungsphase die ganze Familie. Eltern und Geschwister müssen nicht selten als Prellbock herhalten, wenn das Prüfungskind ab und an mit der Zusatzbelastung weniger gut umgehen kann, unter Druck gerät und Stress verspürt.

In solchen konfliktträchtigen Situationen haben wir die Erfahrung gemacht, dass es am wirkungsvollsten ist, für Ruhe und Geborgenheit in der Familie zu sorgen und dem Kind zu zeigen, dass man für ihn da ist und dass man sich für seine ausserordentliche Situation interessiert. Es soll auch immer wieder hören und spüren, dass ein Bestehen oder Nicht-Bestehen der Gymi-Prüfung nichts an unserer Liebe zu ihm ändern kann.

Gymi-Prüfung: Tipps für die Vorbereitung auf die Aufnahmeprüfung ins Gymnasium für Kinder und Eltern
„Hehehe – so macht das Lernen gleich wieder viel mehr Freude!

Good luck and don’t forget: Viele Wege führen nach Rom

Und nun viel Glück für die Gymi-Prüfung, unser Grosser! Und vergiss nie: Viele Wege führen nach Rom! Selbst wenn es beim ersten Anlauf nicht klappt, gibt es später immer noch zahlreiche Möglichkeiten, einen akademischen Weg einzuschlagen. Falls du das möchtest.

Die Gymi-Aufnahmeprüfung findet am 12. März statt. Wir haben abgemacht, dass wir den Sonntag davor einfach und ruhig verbringen werden. Bis dann sind die Vorbereitungen erledigt, unser Grosser ist gewappnet und kann ohne Angst die Prüfung antreten. Wir drücken jetzt schon die Daumen und wissen: Egal, wie dieses Abenteuer ausgeht: Es war eine lehrreiche Erfahrung für uns alle!

Wer von euch hat auch Kinder, die sich derzeit auf die Gymi-Prüfung vorbereiten? Welche Erfahrungen macht ihr? Welche zusätzlichen Tipps sind noch zu erwähnen?

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Wie bereitet sich ein Kind optimal auf die Gymi-Prüfung vor? Welches ist dabei die Rolle der Eltern? Wir haben die wichtigsten Tipps zusammen gefasst für eine erfolgreiche Vorbereitung auf die Aufnahmeprüfung ans Gymnasium.

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Unsere bereits publizierten Ovomaltine-Beiträge findet ihr hier:

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3 Kommentare

  • Ineichen
    19. Januar 2019 at 06:57

    Spannend, bei uns im Kt. Luzern gibt es seit Jahren keine Übertrittsprüfungen mehr. Da zählen die Semesternoten der 5. Klasse und das 1. Semester der 6. Klasse für den Übertritt. Habe auch einen Junior an der Kanti und ein Meitschi in der 5. Klasse…sind also voll drin.
    Es ist bekannt, dass im Kt. Zürich in gewissen Kreisen die Kinder extrem gepusht werden und viel Geld ausgegeben wird für Kurse…

  • Rita Angelone
    19. Januar 2019 at 13:29

    Liebe Monika, das ist spannend – ich wusste nicht, dass es Kantone gibt, ohne Prüfung. Wie sieht es dann aus mit der „Erfolgsquote“ während der Probezeit?

  • Le
    25. März 2019 at 21:47

    Da die Lehrperson eine Empfehlung gibt durch Beobachtungen, Gesprächen und den NOten entschieden wird in welche Richtung das Kind geht finde ich dies eine sehr gute Lösung. Normalerweise schätzt der Lehrer seine Schüler relativ gut ein (klar gibt es immer wieder Ausnahmen) . Durch rückblickende Gespräche von Primar und Oberstufenlehrern gibt es auch immer wieder einen Abgleich zwischen den beiden Stufen und so bekommt die Lehrperson jedes mal eine Rückmeldung über seine EInschätzungen

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