Familienleben Kolumne

Vor den Ferien ist nach den Ferien

Das Ende eines Schuljahrs klingt genau so aus wie das Ende eines Kalenderjahres: in einem regelrechten Feuerwerk an Höhepunkten in Form von Aktivitäten und Festivitäten. Es finden Sporttage statt, Ausflüge, Wanderungen, Schülerkonzerte und Theateraufführungen, Projektwochen, Grillabende und Verabschiedungen – das ganze Jahr scheint nur noch aus diesen zwei bis drei Wochen vor der grossen Sommerpause zu bestehen, so viel wird da jedes Mal reingepackt.

Natürlich ist dies wunderbar und verdankenswert, denn es ist alles andere als selbstverständlich, dass die Schule so Lässiges auf die Beine stellt. Keine Frage. Aber so wie ich mir an Weihnachten und Silvester auch lieber einen gemütlichen Ausklang des Jahres wünschte, so wäre ich persönlich gerade jetzt mit weniger zufriedener.

Denn: In dieser Zeit der lustig-fröhlichen Schulhöhepunkte flattern auch die neuen Stundenpläne ins Haus. Und nicht grad wenige: Diejenigen von der Schule natürlich, aber auch vom Religionsunterricht. Plus, man muss schauen, wie man das mit der Musikschule und dem Schwimmen weiterführen kann, obs fürs Tschutten noch reicht und ob es noch ein Zeitfenster für den Schülergarten oder den Italienischunterricht gibt. Bevor man überhaupt über alle Informationen verfügt, sollte man dann auch schon dem Hort melden können, wie die Betreuung im neuen Schuljahr aussehen soll.

Ja, woher soll ich das wissen, wenn ich noch keine Ahnung habe, wer ab August wann wo sein wird, zum Zmittag, zum Zvieri, zum Znacht. Geschweige denn, wenn ich nicht einmal weiss, wo mir der Kopf zurzeit steht und ob ich überhaupt noch ein Zipfeli Raum für mich selber finden werde.

immer mittwochs im Tagblatt der Stadt Zürich

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