Familienleben

Von Enten und Gänsen

"Mamma, du passt ja gar nicht in den Schwimmgurt, hä, hä, hä...!" - Bild: Angels Book

Familienferien am Meer bieten das immer gleiche Bild: vier Mal am Tag – morgens hin, mittags zurück, nach der Siesta wieder hin und abends retour – pendeln ganze Heerscharen von Familien in Reih und Glied zwischen Strand und Unterkunft.

All diesen Entenfamilien gleich ist die strikte Rangordnung und das Equipment – wo auch immer auf der Welt sie ins Wasser springen: Zuvorderst marschieren jeweils die Familienoberhäupter beladen mit heavy stuff wie Liege- und Klappstühlen sowie Tischen und Sonnenschirmen.

Auf Schritt und Tritt folgen jeweils die Mütter, erdrückt nicht nur von der Last der an beiden Schultern hängenden Kühltaschen und -truhen, sondern vor allem durch die Verantwortung, auch wirklich an jedes einzelne elementarste Bedürfnis gedacht zu haben.

Die Kinder hingegen watscheln unbekümmert im Entenschritt den Eltern hinterher. Die Grösseren bereits mit Schwimmflügeli, Chesseli und Schüfeli bestückt, die Kleineren eingepfercht in einem Schwimmgurt, der – Ironie des Schicksals – oft einen Schwan darstellt.

Einzig wir beherrschen diesen Ententanz nicht.

Zuvorderst springen unsere Wasserflöhe unkoordiniert Richtung Strand, dicht gefolgt vom Familienoberhaupt, der beim Versuch, die „unguided missiles“ auf die richtige Bahn zu bringen, auch noch herunter fallende Sandkastenutensilien einsammeln und bis zum Schluss alles doch selber tragen muss.

Selber stolziere ich mit sicherem Abstand hinterher, um nicht mit diesem Affentheater in Verbindung gebracht zu werden. In meiner Tasche nur Leichtigkeiten wie Sonnenbrille und Sonnenmilch und eine grosse Portion südländischen Stolzes.

Doch leider holen mich beim Passieren des Spiegels beim Strandhäuschen die Gedanken an Enten wieder ein und ich denke an das Märchen des hässlichen Entleins, das zu einem wunderschönen Schwan geworden ist.

Tja, die Geschichte liesse sich heute genau so gut anders rum erzählen. Nur leider handelt es sich dann um einen wahr gewordenen Albtraum!

Und für alle, die wissen wollen, was Schwangerschaften und Kinder sonst noch für Spuren hinterlassen, hier mehr

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2 Kommentare

  • Katharina Bleuer
    1. September 2010 at 09:41

    Ach herrjeh, mineh,
    Auch meine Taille blieb während der Schwangerschaft mit meinem Sohn irgendwie auf der Strecke (Frau Klum kriegt das besser auf die Reihe, als ich) und um die Frustration darüber loszuwerden habe ich mich durch Laufmeter an Ratgebern gelesen, immer ein Carac in der einen, eine Crèmeschnitte in der anderen Hand. Genutzt hat es nichts. Dafür wird bei der nächsten Schwangerschaft jeder Raten müssen, ob ich das Kind nun im Bauch oder im Füdle trage 😉

  • Rita Angelone
    1. September 2010 at 09:56

    Liebe Katharina, betreffend Heidi Klum könntest du noch folgendes lesen: https://www.dieangelones.ch/2009/11/kaiserliches-ornament/
    Ansonsten: ich liebe Caracs und Crèmeschnitten! Und würde ich nochmals schwanger werden, würde ich allen, die blöd auf Bauch und Füdle schauen, genau deine Rätselfrage stellen – die ist einfach gut!
    En Guete und einen lieben Gruss!

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