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Velofahren: So lernen es Kinder am besten

Velofahren: So lernen es Kinder am besten

Velo fahren will gelernt sein

Als ich klein war, war es gang und gäbe, dass man irgendwann mit 3 oder 4 Jahren auf ein Velo mit Stützrädli gesetzt wurde. Heute sieht man kaum mehr Velos mit Stützrädern. Wieso eigentlich?

Vom Laufrad zum Velo: Mit oder ohne Stützrädern?

Bevor ein Kind überhaupt Velo fahren lernen kann, muss es ein Gefühl für Gleichgewicht entwickeln. Dies kann es am besten, wenn es zuerst mit einem Laufrad umgehen lernt oder – etwas später – mit einem Scooter. Wenn das Fahren mit diesen Geräten gut klappt und das Kind Geschwindigkeiten und Abstände gut einschätzen und bremsen kann, ist die Zeit reif, um aufs Velo umzusatteln.

Manche Kinder sind bereits mit ca. 3 ½ bis 4 motorisch schon so weit entwickelt, dass sie mit dem Velofahren beginnen können. Andere sind erst mit 5 oder 6 Jahren so weit.

Entscheidender als die Altersfrage ist die Frage nach den Stützrädern. Diese sind nicht hilfreich, denn wenn die Kinder beim Fahren von einer Seite auf die andere kippen, aber dann von den Stützrädern gehalten werden, lernen sie nicht, das Gleichgewicht zu halten.

Wie können Eltern das Kind beim Velofahren lernen unterstützen?

  • Warm up: Damit sich Kinder ans neue Gefährt gewöhnen können, ist es sinnvoll, wenn sie vor dem eigentlichen Fahren erst mal üben, das Velo zu halten, zu schieben und auf- und abzusteigen.
  • Rollen: Auch kann es sehr hilfreich sein, das Velo für die ersten Versuche als „Laufrad“ einzusetzen, d.h. das Kind setzt sich auf den Sattel und läuft vorerst mal und rollt etwas, statt sofort zu versuchen, in die Pedalen zu treten.
  • In die Pedale treten und Balance halten: Da keine Stützrädli die anfänglichen Schwierigkeiten auffangen können, können Eltern neben dem Kind her laufen, bis es selbstständig fahren kann. Am besten hält man das Kind mitsamt Velo von hinten am Sattel. Beim Fahren hält man diesen zwischendurch etwas lockerer bzw. gar nicht und schaut, wie das Kind mit dem Gleichgewichts zurecht kommt. Das Kind sollte immer nach vorne schauen!
  • Lenken: Sobald das Kind treten und das Gleichgewicht halten kann, muss es sich aufs Lenken konzentrieren. Anfänglich sollte es den Lenker immer mit beiden Händen halten.
  • Bremsen: Vom Laufrad her kennt das Kind das Bremsen möglicherweise schon, ansonsten ist dieser Schritt – wie beim Scooter oder aber auch Ski fahren – einer der nächsten und wichtigsten, die das Kind lernen muss.
  • Anfahren: Nach dem Bremsen und Halten muss das Kind in der Lage sein, wieder anzufahren, und das ist für viele Kinder etwas vom schwierigsten. Bis das Kind dies alleine tun kann, sollte man es auf dem Velo so weit anstossen, bis es etwas rollt und dann wieder selber in die Pedale treten kann. Dennoch soll es immer wieder versuchen, die Pedale nach oben zu drehen, mit dem Fuss darauf zu drücken und wegzufahren.
  • Die Kür: Kurven und Kreise fahren, einhändig fahren, über Hindernisse fahren (z.B. Holzbretter, vielleicht auch flache Bordsteine), Fahren auf anderen Untergründen, z.B. Wiesen oder Waldwegen – alles hilft, um das Fahrgefühl des Kindes auf dem Fahrrad zu erweitern und die Kontrolle zu erhöhen. Zum Lernen und Üben des Velofahrens sind Pausenplätze am besten geeignet – in Zürich sind sie sogar mit speziellen Veloparcours ausgestattet!
  • Verkehrserziehung: Der Übergang vom Velofahren im Schonraum während der Vorschulzeit bis zum selbstständigen Radeln im Strassenverkehr erfolgt idealerweise in vielen kleinen Schritten über Jahre hinweg. Auch gehört Verkehrserziehung zum Schulunterricht: Der Verkehrsinstruktor der Polizei besucht die Klasse. Er erklärt die Regeln und Signale, die Veloausrüstung und zeigt das richtige Verhalten auf der Strasse. Die Verkehrsinstruktoren einiger Polizeikorps bieten auch eine freiwillige Veloprüfung an.
  • Kopfschutz: Beim Velofahren setzt das Kind einen gut passenden Helm auf!

Wir werden diese Tipps bald selber beherzigen, wenn der Kleine das Velo des Grossen erbt und damit zu fahren lernen muss, und wenn sich der Grosse mit dem Fahren auf einem grösseren Velo vertraut machen muss. Und klar, werden wir auch darüber berichten!

Helfen Euch diese Tipps auch weiter? Welche habt Ihr noch auf Lager?

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22 Kommentare

  • Nora X Leimbart
    20. März 2012 at 07:23

    Unsere Meite hat sich zum 3. Geburtstag ein Trampivelo gewünscht. Weshalb wir stundenlang das Internet durchforsteten nach einem passenden Modell. Beide lokalen Velohändler rieten uns zu einem 16′ Velo, da ihr das 12′ schon bald zu klein sein würde und aus irgendwelchen Gründen gibt es kein 14′ bei den „richtigen“ Velomarken.
    Folglich haben wir ihr das Schönste & unserer Meinung einfachste 16′ Rad geschenkt. Ein Kokua Liketobike. Sie ist sehr stolz darauf und freut sich immer wie ein Schneepflug, wenn wir üben. Aber mit 3Jahren ist es sehr schwierig. Immer wenn sie mal ein bischen alleine fahren kann, freut sie sich so sehr, dass die Konzentration flöten ist.
    Ich würde das nächste Mal eher ein kleines 12′ Velo kaufen. Da macht den Anfang sicher leichter!

  • Katharina
    20. März 2012 at 08:23

    Wie immer bei solchen Themen wäre ich dankbar für Hinweise, welche Marken / Produkte für unseren 2 Jahre zu lang geratenen Buben geeignet sein könnten. Wir haben auch beim Laufrad das Problem, dass die Räder, die seinem Alter und seiner motorischen Entwicklung entsprechen, bereits zu klein sind für seine Grösse.

  • Nicole
    20. März 2012 at 08:34

    @Kat: Die Pucky-Laufräder kann man in der Höhe aber enorm verstellen. Sogar Nando fährt da jeweils noch drauf, und er ist jetzt ja 4,5. Und diese Laufvelos haben eine Bremse, was sich bei unserem kleinen Raser sehr bewährt hat – zum Schonen seiner Schuhe und unserer Nerven… 😉

    @Velo: Wir haben für Nando zum dritten Geburtstag auch von Pucky ein Velo gekauft. Ich müsste da aber noch die Grösse nachsehen. Auch da sind die Verstellmöglichkeiten enorm. Nando ist mit 3 Jahren und 2 Monaten (und sehr gut in Übung mit Laufvelo mit Bremse) problemlos mit dem Velo gefahren. Hier ist seine erste eigene Fahrt:

  • Rita Angelone
    20. März 2012 at 08:50

    @Nora: … ich habe nun verschiedentlich gehört und gelesen, dass es sich nicht lohnt, mit zu grossen Velos zu fahren. Du bestätigst dies. Und ich werde darauf achten, wenn wir für den Grossen eins kaufen.

  • Rita Angelone
    20. März 2012 at 08:52

    @Kath: Unsere Buben sind auch gross. Für den Grossen haben wir vor 3 Jahren im ALDI ein Laufrad gekauft. Das hat sich super bewährt. Das hat nun der Kleine die ganze Zeit gehabt. Der Grosse hat dann ein Velöli bekommen aus dem Coop Do-it und das bekommt nun der Kleine. Für den Grossen suchen wir nun ein „richtiges“ Velo – mit Gangschaltung. Welches, das müssen wir aber noch evaluieren. Deshalb kann ich noch keine Marken nennen….

  • Sara
    20. März 2012 at 10:11

    Hallo zusammen
    Unsere Grosse war 2 Jahre alt, als sie ihre ersten Fahrkünsten auf dem dreirädrigen pinken Mini Micro Trotti startete, mit 3 Jahren stieg sie auf das Like a bike JUMPER Laufrad um und auf den 4. Geburi bekam sie ein 16 Zoll Velo von Puky. Eigentlich kann ich alle 3 Fahrzeuge sehr empfehlen, ausser dass das Laufvelo eher grösser ist. Das heisst, unsere Kleine, die schon mit 2 1/2 Jahren gerne mit dem Laufvelo unterwegs wäre, ist eher noch zu klein und kommt mit den Beinen nicht richtig runter.
    Was ich einfach lässig fand, war, dass unsere Grosse nach 1 Jahr Laufvelo mühelos aufs Velo umsteigen konnte. 2-3 Versuche ohne Stützrädli in der Tiefgarage (ja, sie hat halt im Winter Geburi) und sie fuhr alleine. Und das hört man rundherum, dass dies klappt, weil sie mit dem Laufvelo bereits die Balance etc. geübt haben 🙂 Was ich weniger lässig fand, dass fast jedes Jahr ein neues Gefährt „her musste“. Aber aus beweglicher und sportlicher Sicht eine gute Investition und die kleine Schwester erbt immer voller Stolz die Sachen der grossen Schwester (jetzt noch ;-))
    Liebe Grüsse Sara

    Like a bike JUMPER

  • Sara
    20. März 2012 at 10:14

    Uupps, die letzte Zeile sollte eigentlich nicht sein! Das ist, wenn man Text kopiert und nicht mehr alles löscht. SOLLTE ALSO KEINE WERBUNG SEIN! 😉
    Gruss Sara

  • Rita Angelone
    20. März 2012 at 10:46

    @Sara: Danke für deinen Erfahrungsbericht!

  • Lorelai
    20. März 2012 at 12:10

    Unser Grosser hat gestern zum 2-Jährigen ein Laufrad von Puky bekommen und kurvt damit schon ganz gut rum. Halt langsam und mit den Füssen am Boden aber ich bin sicher, es ist eine tolle Sache um sich aufs Velofahren vorzubereiten. Ich selber bin erst mit 8 Jahren ohne Stützrädli gefahren. War einfach ein Riiiesen-Angsthase (bin ich immer noch 😀

  • Nadja
    20. März 2012 at 13:17

    mein kleiner bekam mit 1 1/2 sein Laufrad und hatte es sehr schnell gut im griff. Wir hatten eins von BEA Verlag und haben es etwas aufgemotzt da es für einen Jungen doch etwas zu weiblich war…. Mit 2 1/2 durften wir ein 12″ Velo ausleihen und konnte von der ersten Minute an richtig Velofahren. Es ist einfach unglaublich wie schnell man heute Velofahren lernt wenn man zuerst ein Laufrad hatte!! Jetzt mit 3 3/4 bekommt er ein 16″ Zoll Velo das ihm aber nocht etwas zu gross ist aber das 12″ viel zu klein. Wir gehen jetzt erst wieder etwas üben bevor wir dann am Zürichsee entlang radeln 🙂 vorallem hatte das 12″ Rücktritt und das 16″ normale bremsen…

  • Carlita
    20. März 2012 at 13:33

    Nichts gegen likeabike im Gegenteil – sie sind super! Aber das die Kids deswegen besser/schneller mit dem Velo davonradeln ist ein Ammenmärchen! Unsere Kids sind beide vom 12″Zoll stützrädli innerhalb 15′ ohne stützrädli davongesaust – sie waren knapp drei. Auch die Nachbarskinder – dito! Das Kind muss einfach von sich aus bereit sein, ob 2,3,7 oder 9 Jahre ist egal. Es ist faszinierend wie schnell es klappt!
    Was bereits erwähnt wurde: ein kleineres Velo bedeutet fürs erste mehr Sicherheit und Stabilität. Mann muss ja nicht jedesmal eins kaufen, ausleihen oder günstig als Occasion erwerben geht auch.
    Und Puky-Velos sind sehr gut verstellbar, daher auch für sehr grosse bzw sehr kleine Kinder super.
    Ausserdem praktisch unverwüstbar und garantie auf Ersatzteile ohne ende… Somit gut auch wieder
    eintauschbar für s nächste fahrrad. Das macht den Preis etwas … Netter…

  • Carlita
    20. März 2012 at 13:38

    Übrigens, schwieriger als velofahren ist eigentlich das bremsen. So macht es schon Sinn, das bis sicher 16″ eine Rücktrittbremse vorhanden ist. Mit den Händen bremsen ist meist schwieriger. Und noch: veloplus bietet ab 6 Jahren velokurstage an. Wir waren letzte Jahr dabei und fandens alle gut.

    Eine velo-Familie

  • Nicole
    20. März 2012 at 14:42

    @Carlita: Bei unserem knapp 5jährigen überlegen wir uns, nun rascher auf ein grösseres Velo mit zwei Bremsen umzusteigen, denn das Bremsen mit der Hand hat er schon auf dem Laufvelo gelernt, und so kommt es jetzt öfters mal vor, dass er etwas zu sehr mit der Hand bremst, was ja aufs Vorderrad geht und daher auch schon öfters fast umgefallen ist.
    Da es bei uns im Dorf dauernd rauf und runter geht, hätte ich nie ein Laufvelo ohne Bremsen haben wollen.

  • Bionic Hobbit
    20. März 2012 at 19:48

    Die Zwillinge haben beide seit dem 2. Geburtstag ein Kettler Speedy 10 Zoll Laufvelo. Diese schneiden bei der Stiftung Warentest besonders gut ab von wegen keine Weichmacher, wen das interessiert. Noch dazu sind sie recht günstig, nur ca 50 Franken. Der eine Zwilling ist zwar auch ein zerfizierter Riese, wir haben aber doch das 10 Zoll Rad für ihn genommen, denn ich finde es deprimierend zu sehen, wie Kinder auf zu grossen Velos daherkommen. Der Grosse, jetzt 5.5 jährig, kann seit 2 Tagen ohne Stützräder! Er hatte nie ein Laufvelo, da wir am Hang oberhalb einer gefährlichen Strasse wohnten und Mama mit Zwillingen schwanger war, als er ins Alter kam. Er wollte dann ewig mit Stützrädli fahren, auf seinem 12 Zoll Ding, es machte ihm nichts aus, dass alle anderen mit 3 oder 4 schon auf (viel zu grossen) 16 Zöllern sassen. Jetzt hat er mal für eine Weile ein 14 Zoll. Alles Second Hand. Wenn er es dann gut kann, sehen wir weiter. Das mit dem Bremsen ist so eine Sache. Bei 2-3jährigen lohnt sich eine Bremse am Laufrad eher nicht, denn die wissen damit gar nichts anzufangen. Ich bin beim 5.5jährigen noch froh um die Rückbremse, er ist noch nicht reif für 2 Handbremsen…
    Ich habe mich lange gegen den Hype der Laufvelos gewehrt. Sie sind aber toll, wenn man in einer flachen Siedlung ohne Verkehr wohnt. In welchem Alter die Kinder fahren lernen ist doch eigentlich wurst, allzufrüh ist wahrscheinlich doch eher gefährlich wegen ihres Mangels an Gefahreneinschätzung. Unser 5jähriger kann dafür schon lange den Handstand und den Vorwärts-Salto…

  • Carlita
    20. März 2012 at 20:39

    @Nicole: super!

  • Rita Angelone
    20. März 2012 at 20:43

    @Bionic: …. in einem der Prospekte, die ich als weiterführende Links aufgeführt habe, steht so sinngemäss: Das Velo kann warten, es läuft einem nicht davon. Und Kinder können erst ab der 3. Klasse bzw. ca. mit 9 oder gar erst 10 Jahren wirklich alleine mit dem Velo auf die Strasse. Ich gebe dir drum recht: es ist wurst. Hauptsache meiner kann schon lesen und schreiben und Geige spielen! 🙂

  • Carlita
    20. März 2012 at 21:36

    Ä ja… Die kurse sind natürli von ig Velo, wie im Link von Rita…

  • SomeintPhia
    21. März 2012 at 07:33

    Danke für die Tipps, die werden bald aktuell sein .. Unsere Kleine lässt sich aktuell im (abgebildeten) Dreirad – wie die Königin auf der Ebsenbüchse – rumchauffieren .. 😉

  • Nicole
    21. März 2012 at 07:52

    @SomeintPhia: Hihi, das mit dem sich-rumchauffieren-lassen kennen wir auch – und auch auf dem gleichen Dreirad…. 😉 Bin froh, dass das vorüber ist….
    @Rita: Kannst du mir sagen, welche Kurse du gebucht hast, dass deiner schon Geige spielen kann? Meiner plagt sich eben gerade mit dem Klavier, und aber dafür kann er das grosse Einmaleins schon…. 😉 😉

  • Sportpapi
    27. März 2012 at 08:56

    Meiner Erfahrung nach kommt das Trotti eher vor dem Laufrad. Aber ist vielleicht individuell. Ansonsten denke ich, ist die Grösse des Velos wichtig. Lieber häufiger wechseln dank Velobärse etc, als für viel Geld ein unpassendes Gerät zu kaufen. Ideal bei uns war übrigens ein Laufrad, an dem wir dann Pedalen montieren konnten. So war alles schon bekannt und eingestellt, nur eben die Pedalen neu.

  • Rita Angelone
    27. März 2012 at 09:00

    @Sportpapi: Ja, wahrscheinlich ist es individuell und wohl auch nicht so wichtig, was zuerst kommt…. Wusste gar nicht, dass es so „multifunktionale“ Laufräder gibt!

  • Sportpapi
    27. März 2012 at 13:58

    @Rita: https://www.worldshop.eu/lws/product/wscatalog/1730197/detail.jsf
    oder aber das neuste: Scooter mit Sitz http://www.micro.ms/shop/160

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