Spiel und Sport

Typische Buben- oder Mädchensportarten: Klischee oder Tatsache?

Frauen und Eishockey? Geht das? Passt das? Diese Fragen haben mich dazu bewogen, mehr über die sportlichen Vorlieben von Buben und Mädchen zu erfahren. Gibt es typische Buben- oder Mädchensportarten? Und wenn ja, welche sind es und wieso? Beim Recherchieren bin ich auf interessanten Fakten gestossen.

Die beliebtesten Sportarten in Zürich

Die Statistik des Jugendsports in den Vereinen der Stadt Zürich zeigt, welches die 14 wichtigsten Sportarten in der Stadt Zürich sind (Stand 2008):

Buben spielen Fussball, Mädchen turnen

Die Hitparade der Lieblingssportarten von Buben:

1. Fussball
2. Turnen
3. Tennis
4. asiatische Kampfsportarten
5. Handball

und die Hitparade der Lieblingssportarten von Mädchen:

1. Turnen (Mädchenriege)
2. Fussball
3. Tennis
4. Eiskunstlauf
5. asiatische Kampfsportarten

Auffällig ist, dass bei Buben Fussball mit Abstand die beliebteste Sportart darstellt. Weit abgeschlagen folgen die weiteren Sportarten. Bei den Mädchen fällt die Verteilung hingegen etwas ausgeglichener aus.

Innerhalb der 5 beliebtesten Sportarten unterscheiden sich die Vorlieben in zwei weiteren Sportarten: Mädchen mögen Eiskunstlauf, Buben lieber Handball.

Klarer Unterschied zwischen Buben und Mädchen zeigt sich im Vereinsleben

Insgesamt sind 11’350 Kinder in der Stadt Sportsvereinmitglieder. Der Anteil Buben und Mädchen in den Sportvereinen ist in den letzten rund 10 Jahren konstant geblieben: 2/3 Buben gegen 1/3 Mädchen. Ganz allgemein also gehören weniger Mädchen einem Verein an als Buben.

Darin spiegelt sich die Tradition des noch häufig eher auf Leistungsvergleich ausgerichteten Vereinssports, der den Buben mehr zusagt als den Mädchen. Zudem sind Mädchen mit Migrationshintergrund (noch) weniger in den Vereinssport einbezogen als Buben. Die Zahl der in den Vereinen Sport treibenden Mädchen ist in den letzten Jahren zwar etwas gestiegen, die grössere Zunahme ist jedoch bei den Knaben zu verzeichnen.

Mädchen treiben im Allgemeinen weniger Sport als Buben

Wie eine gesamtschweizerische Jugendsportbefragung zeigt, treiben die Mädchen generell etwas weniger Sport als die Buben und sie tun dies auch etwas weniger intensiv. Auch in der Stadt Zürich ist dieser Trend erkennbar.

Bei den Kindern (10- bis 14-Jährige) treiben 15% der Mädchen ausserhalb des obligatorischen Unterrichts nie Sport, bei den Knaben sind es 11%. Bei den Jugendlichen (15- bis 19-Jährige) gibt es bereits 20% Nichtsportlerinnen und 16% Nichtsportler. Der tiefe Anteil der Mädchen im Vereinssport lässt somit darauf schliessen, dass viele Mädchen die ihnen zusagenden Angebote nicht in den Vereinen, sondern z.B. eher im freiwilligen Schulsport finden, wo der Mädchenanteil fast 50% beträgt.

Mädchen spielen die wichtigste Rolle beim Unterschied der Nationalitäten

Die Unterschiede zwischen den Nationalitäten sind fast vollumfänglich auf die Mädchen zurückzuführen. Mädchen mit Migrationshintergrund treiben deutlich weniger Sport als Schweizer Mädchen. Auffallend ist der Unterschied bei den Inaktiven, die bei den 10- bis14-jährigen Ausländerinnen bereits 35% ausmachen, bei den 15- bis 19-Jährigen sogar 37%. (Schweizerinnen 12% bzw. 18%). Ein Unterschied im Sporttreiben der jugendlichen Schweizer und Migranten liegt auch in der Wahl der von ihnen bevorzugten Vereinssportarten. Hier liegt auch der Grund für den Vormarsch des Fussballs oder den Rückgang des Turnens.

Fussball als neue Trendsportart auch bei den Mädchen

Fussball ist für die Mädchen bereits die Sportart Nummer 2 und liegt auch bei den Wunschsportarten weit vorne. Der Mädchenfussball entwickelt sich aber wegen der fehlenden Infrastruktur und des Mangels an ausgebildeten Trainer/innen langsamer, als dies möglich wäre.

Auch Unterschiede beim freiwilligen Schulsport und in den Sportferienlagern

Da offenbar viele Mädchen die ihnen zusagenden Angebote nicht in den Vereinen finden, engagieren sie sich eher im freiwilligen Schulsport, wo der Mädchenanteil fast 50% beträgt! Die beliebtesten Sportarten sind in diesem Bereich:

Mädchen: Reiten, Rhönrad, Zirkurswelt, HipHop, Streetdance, Trampolin, Volleyball

Knaben: Streetsoccer, Skateboarding, Unihockey, Fussball, Slalomboard, Parkour, American Football

Quelle: Sportförderung / Jugensportanalyse Zürich 2008

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