Familienleben Kolumne

Streit zwischen Geschwistern: Always think positive!

In all diesen Jahren habe ich eins gelernt: Das Familienleben besteht aus lauter Phasen – also aus verschiedenen Zeitabschnitten mit je einem Anfang und einem Ende.

Die schwierigen ersten Babymonate waren eine Phase, so wie die anschliessenden herausfordernden Ernährungs- und Schlafumstellungen. Das darauffolgende schmerzhafte Zahnen war auch eine Phase, genau so wie das einsetzende Trotzen und Bocken. Dann kam die Warum-Phase und schon bald steht bei uns nun die Pubertätsphase an. Jeder Phase gleich ist die Tatsache, dass sie irgendwann einmal anfängt und irgendwann einmal wieder vorbei geht. Nur eine Phase scheint bei uns zum Perpetuum mobile des Familienlebens geworden zu sein: die Gezänk-Phase zwischen den Buben.

Als ich mich kürzlich zum wiederholten Male über den ständigen und höchst aufreibenden Brüderzwist beklagte, sagte mir jemand, dass der Streit und die daraus resultierende Konkurrenz zwischen Brüdern durchaus auch seine positiven Aspekte hätte. Ob ich denn diese englischen Genie-Brüder nicht kennen würde, die – aus lauter gegenseitigem Ansporn – sage und schreibe zwanzig Sprachen sprechen?

Wow, cool, dachte ich mir. Die haben ihre Brüderlichkeit voll in eine Stärke umgemünzt. Was für liebe und vor allem clevere Brüder die beiden doch sind. Nur blöd, dass meine Jungs ihre ganze „kreative Energie“ leider lieber damit verschwenden, sich ständig eins über die Rübe zu ziehen, wenn ich wegschaue. Und wenn sie sich für das Erlernen einer Sprache begeistern könnten, so wäre es wohl die der Fäuste. Die Antwort meines Gesprächspartner auf meine Einwände war zwar ein schwacher Trost, aber in der entstandenen blamablen Situation immerhin einer: „Oh, verzweifeln Sie nicht, denken Sie doch an die Klitschko-Brüder!“

immer mittwochs im Tagblatt der Stadt Zürich

Welche Erfahrungen macht ihr mit „Geschwister-Beziehungen“?

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