Familienleben Medienkompetenz

SRF-Familienforum: Rückblick und Ausblick

SRF Familien Forum
Familien im Spagat zwischen Medien und Medien (Bild: SRF)

Welche Wünsche haben Familien an das Fernsehen der Zukunft?

Die Digitalisierung geht auch an Familien nicht vorbei und schafft neue Spannungsfelder. Eltern sind verunsichert über den «richtigen» Umgang ihrer Kinder mit Medien und haben Angst, diese könnten mit negativen Inhalten in Kontakt kommen. Die Mediennutzung verschiebt sich Schritt für Schritt vom Fernsehen und Radio auf Online-Kanäle. Die Bedeutung des Fernsehens als «Familien-Lagerfeuer» ist zwar noch nicht verschwunden, nimmt aber ab. Welche neuen Bedürfnisse haben Familien heute gegenüber Medien? Was sind die grössten Herausforderungen? Diesen und weiteren Fragen ging das 1. SRF Familien Forum auf den Grund.

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Was bedeutet „Digitale Kompetenz“ in der Familie? (Bild: SRF)

Familien stehen vor Herausforderungen

Am ersten SRF Familien-Forum kamen über 120 Mütter, Väter, Expertinnen und Experten und Medienschaffende zusammen und tauschten sich einen Tag lang über die aktuellen Herausforderungen an das Familienleben in der Schweiz aus: Rollenmodelle, die sich verändern, Alltagsaufgaben, die immer öfters digital erledigt werden und eine Mediennutzung, die sich zunehmend auf Online-Kanäle verschiebt.

Der Trend ist eindeutig: Die Bedeutung klassischer Medien wie Fernsehen und Radio nimmt ab. Eltern und Kinder bedienen sich zunehmend digitaler Plattformen und Streamingdiensten. Trotzdem hat das Fernsehen seine Stellung als «Familien-Lagerfeuer» nicht verloren.

Am Forum kamen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in den Genuss von 6 Referaten und einer Podiumsdiskussion. In verschiedenen Workshops haben sie dann auch gleich Ideen für neue Audio- und Video-Inhalte für Familien entwickelt.

Vergesst die „perfekte“ Mutter – es gibt sie nicht

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Mit ihrem Input-Referat «Familienmanagement 4.0» hat Andrea Jansen von Any Working Mom das ernste Thema die „perfekte“ Mutter auf witzige Art und Weise aufs Tapet gebracht. Fazit: Die perfekte Mutter gibt es nicht. Andrea Jansen rät Müttern, damit aufzuhören, sich an den zu hohen Anforderungen an eine Frau und Mutter zu orientieren, die teils aus dem 18. Jahrhundert stammen. Die Realität sieht ganz anders aus als das Bild der perfekten Mutter, das uns die Medien – Instagram lässt grüssen – vorgaukeln. Persönlich kann ich Andrea Jansen in dieser Frage nur beipflichten:

Allen Unkenrufen zum Trotz: Kinder spielen am liebsten draussen

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Medienzeit kann auch als Familienzeit betrachtet werden.

Daniel Süss, Professor für Medienpsychologie referierte zum Thema «Spannungsfeld Familie und digitale Medien». Er sagte, das Fernsehen geniesse laut neusten Umfragen bei Kindern und Erwachsenen nach wie vor den höchsten Stellenwert, auch als gemeinsame Familienaktivität. Der Experte zeigte in seinem Vortrag die Risiken des Medienkonsums auf, verteufelte Smartphones und Social Media aber nicht. Seine Aussagen waren insofern beruhigend, als dass Medienzeit durchaus auch als Familienzeit betrachtet werden kann und dass allen Unkenrufen zum Trotz die liebsten Freizeitaktivitäten der Kinder gemäss MIKE-Studie trotz Minecraft, Fortnite und co. weiterhin das Spielen – insbesondere draussen – seien!

Dank den Sozialen Medien im Dialog mit Familien

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Über unsere Blogs stehen wir in direktem Kontakt zu unserer Community.

Anlässlich des Round Table habe ich mich dann auch selber mit Andrea Jansen, Karen Schärer, Katrin Buholzer und Nik Niethammer austauschen können. Wir haben aufgezeigt, wie wir über unsere Blogs, Magazine und Plattformen sehr direkt mit Familien im Dialog stehen. Die Sozialen Medien stellen für uns in Bezug auf Kommunikation mit unserer Community eine grosse Chance dar.

Neue Medien: Weder verteufeln noch bagatellisieren

Auf die Frage, welches unsere persönliche grösste Herausforderung im Familienlebne ist, habe ich unseren derzeitigen Spagat zwischen Fortnite und Gymiprüfung erwähnt. Dabei haben wir Eltern die Erfahrung gemacht, dass sich die Beschäftigung mit einem Game wie dem bei Jugendlichen derzeit besonders angesagten «Fortnite» nicht unbedingt negativ auswirken muss, denn: Unser Sohn hat trotz Gamen die Aufnahmeprüfung ans Gymi geschafft. Verbote punkto Medienkonsum bringen aus unserer Sicht nichts. Vielmehr müssen Eltern die Kinder befähigen, mit den neuen Medien vernünftig umzugehen.

Neue Verhaltensweisen, neue Formate

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Workshop-Impressionen vom SRF Familien-Forum. Quelle: Mirco Rederlechner

Bei den Workshops am Nachmittag standen die Themen Familie und insbesondere das heutige Medienverhalten im Zentrum. Letzteres wird den Service Public der Zukunft zwangsläufig prägen. Entsprechend wurden anlässlich der Workshops neue Formate erdacht.

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Workshop-Impressionen vom SRF Familien-Forum. Quelle: Mirco Rederlechner
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Welches sind die Erwartungen von Familien an Radio und Fernsehen?

Ideen für die Zukunft

Das erste SRF Familien-Forum, das gemeinsam vom neugeschaffenen Bereich Familie von SRF und der SRG Deutschschweiz durchgeführt wurde, hat sein Ziel erreicht: Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Gesellschaftsbereiche sind in einen spannenden Dialog über Familienthemen getreten. Sie konnten ihre Bedürfnisse und Erwartungen an die Medien anbringen. Daraus konnten neue Ideen für die Zukunft entwickelt werden, auf die wir alle gespannt sind!

Welche Wünsche habt ihr an das Fernsehen der Zukunft?

Die Präsentationen der Referentinnen und Referenten findet ihr hier. Weitere Eindrücke zum SRF Familien-Forum findet ihr in den Beiträgen meiner Blogger-Kolleginnen:

Weitere Beiträge passend zum Thema:

Nachfolgend findet ihr weitere spannende Beiträge passend zum Thema „Medienkompetenz“:

Und noch mehr Beiträge zum Thema Medienkompetenz findet ihr in unserer Rubrik Medienkompetenz!

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2 Kommentare

  • Fatima Weber
    23. April 2019 at 13:50

    Toller Bericht und ja die Digitalisierung wird unsere wie auch die nächsten Generationen sehr beschäftigen. Wichtig ist im Ganzen, dass sie uns dient und nicht umgekehrt. Das wird die grösste Herausforderung.
    Liebe Grüsse, Fatima

  • Rita Angelone
    23. April 2019 at 15:58

    Liebe Fatima, danke, dass du dir die Zeit genommen hast, hier zu lesen! Du sagst es richtig: Solange sie uns dient – okay. Aber nicht umgekehrt. Doch manchmal verwechseln wir die Perspektiven…. Es bleibt spannend – für uns, aber noch viel mehr fürn unsere Kinder! Herzlichst, Rita, die hofft, dich bald einmal wieder zu sehen!

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