Familienleben Kolumne

Sommerferien und Schulkinder: Unnötiger Sommerstress

Sommerfest

Gemäss einer Umfrage vom «Tages-Anzeiger» empfindet ein Viertel der Eltern die Tage vor den Sommerferien als die stressigste Zeit im Jahr. Bei Umfrageteilnehmern ohne Kinder sind es hingegen nur läppische 14 Prozent, die sich von den anstehenden Sommerferien gestresst fühlen. Sommerferien mit Kindern sind nicht entspannend – zumindest, was die Zeit davor anbelangt.

Kurz vor der langen Sommerpause wird in der Schule nämlich wie wild gefeiert. Während dies für die Kinder mega lässig ist, finden es die Eltern meist alles andere als lustig. Denn nebst den an sich schon nervenaufreibenden Vorbereitungen für die Ferien (wehe nämlich, sie vergessen, etwas Wichtiges einzupacken, das dann am Strand oder in den Bergen fehlt!) dürfen Eltern neben Schulreisli-Verpflegungen und Sport- und Baditag-Znünis auch noch gefühlte 100 Apéros, Salate oder Kuchen für die vielen Abschiedsessen vorbereiten. Kein Wunder, dass all diese Pflichtfestivitäten in Verbindung mit den eigenen Reisevorbereitungen die Vorfreude auf die Sommerferien trüben.

Für einmal empfinde ich den Ausklang des Schuljahres aber als recht ruhig. Ob es wirklich nur daran liegt, dass dieses Jahr – gottlob! – kein eigentliches Feuerwerk an Schulfestivitäten wie in den Jahren zuvor stattgefunden hat? Oder ob es vielmehr damit zu tun hat, dass ich die Welt immer noch durch einen Nebelfilter sehe? Dass mich zurzeit kaum etwas richtig erreicht, geschweige denn wirklich bewegen oder gar aufregen kann? Oder dass wir dieses Jahr aufgrund der traurigen Geschehnisse gar keine Ferienpläne gemacht haben und daher der ganze Vorbereitungsstress entfallen ist? Es ist wohl von allem ein bisschen – und ehrlich gesagt, tut mir diese Gleichgültigkeit, diese Apathie im Moment einfach nur gut. Denn sie schützt mich vor diesem so unsinnigen Trendstress, dem sich Eltern jedes Jahr unterwerfen.

immer mittwochs im Tagblatt der Stadt Zürich

Wie empfindet ihr die Zeit vor den Sommerferien?

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