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Saisonal einkaufen: Jetzt ist Chabis-Saison!

Saisonal Einkaufen

Marktfrisch? Von welchem Markt denn, bittesehr?

Erdbeeren, Himbeeren und Johannisbeeren mitten im Winter?

Dass es jedes Jahr viel zu früh losgeht mit den Erdbeeren bei den Grossverteilern, das wissen wir längst. Dass sie nun aber bereits im Januar extra aus Peru eingeflogen werden, mitsamt Himbeeren und Johannisbeeren bzw. teils sogar ganzjährig die Regale füllen, das erachte ich langsam, aber sicher als höchst bedenklich. Was stimmt bei uns nicht mehr?

Wer bestimmt das Angebot?

Sind wir Konsumenten schuld an dieser verschobenen Realität? Weil unsere Nachfrage das Angebot bestimmt? Oder sind die Anbieter schuld, weil sie mit dem Angebot unsere Nachfrage erst schaffen? Ist am Ende niemand schuld, weil wir uns nicht gegen die Globalisierung und die damit verbundene gesellschaftliche Veränderung wehren können? Sollen wir jederzeit über alles, was unser Herz begehrt verfügen dürfen, nur weil es heutzutage geht? Können, wollen wir uns nicht mehr gedulden, bis wir in der Schweiz unsere eigenen Erdbeeren und Co. ernten können? Können wir uns in der Zwischenzeit nicht mehr mit gelagerten Äpfeln und Birnen zufriedengeben? Wie früher?

Wie wollen wir das ändern?

Nun könnt ihr ja sagen: «Wenn du ja so klug bist und weisst, dass diese Früchte bei uns noch nicht Saison haben, lass doch einfach die Finger davon. Wenn das jeder tut, checken die Anbieter das dann schon und nehmen das Zeugs aus den Regalen.»

Mangelndes Wissen oder bewusste Irreführung?

Mit dem Checken ist es aber so eine Sache: Wer von uns checkt überhaupt noch genau, was wann Saison hat? Wenn ganzjährig alles verfügbar ist, haben nicht nur Kinder keine Chance mehr, dies zu erlernen, sondern sogar mündige Erwachsene beginnen, es zu vergessen. Eins scheint jedenfalls sicher: Die Grossverteiler checken es selber nicht. Oder tun nur so und verkaufen uns für dumm. Denn ob ihre es glaubt oder nicht, auf Plakaten wurden uns Konsumenten kürzlich Fenchel und Broccoli als «aromatisches Wintergemüse» angepriesen.

Saisonal einkaufen

Bild: www.stadt-land-gnuss.ch

Wir alle tragen Verantwortung

Wollen wir uns wirklich einen solchen Chabis erzählen und verkaufen lassen? Nein, die Grossverteiler müssen – wie wir Konsumenten – ihren Teil der Verantwortung auch übernehmen und mit diesem Kohl aufhören!

immer mittwochs im Tagblatt der Stadt Zürich

Wie steht ihr zu diesem Thema? Achtet ihr euch darauf, saisonal einzukaufen?

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4 Kommentare

  • Michèle & Ilona
    31. Januar 2019 at 08:52

    Liebe Rita
    Saisonalität ist uns ein grosses Anliegen, auch weil wir Produzenten aus der Region unterstützen möchten.
    Allerdings ist die Beurteilung was „gut“ ist nicht immer einfach. Wenn man nur das CO2 betrachtet, sind importierte Früchte und Gemüse, wenn sie nicht eingeflogen werden, oft besser als einheimische Produkte. Gerade Produkte aus dem Gewächshaus (Bsp. Tomaten) müssen in der Schweiz auch im Sommer geheizt werden, der Transport aus Spanien fällt da weniger ins Gewicht. Dafür schneiden die Schweizer Tomaten bei Wasser, Boden, Abfallmanagement und Sozialen Aspekten besser ab.
    Nicht nur die Saison ist deshalb entscheidend sonder auch die Anbaumethode.
    Wir essen am liebsten Produkte von Produzenten die wir kennen, dann wissen wir woran wir sind.
    Liebe Grüsse

  • Stellina
    31. Januar 2019 at 09:46

    Oh je…auch ich gehöre zu denen, die vergessen haben, dass Broccoli und Fenchel kein Wintergemüse sind… ich könnte mich echt noch mehr achten, was Saison ist. Nur leider essen meine Kinder halt nur das, was sie kennen…sie lassen sich schwer von neuen Sachen begeistern.
    Aber von Erdbeeren im Winter lasse ich definitiv die Finger!

  • Rita Angelone
    31. Januar 2019 at 12:35

    Liebe Stellina, danke für deine ehrliche Rückmeldung. Ich habe auch vieles vergessen und verdrängt. Aber ich möchte mich nun vertiefter damit auseinander setzen. Mit Kindern ist es schwieriger, auch bei uns ist das so. Wir versuchen es einfach in ganz langsamen und stetigen Schritten. Liebe Grüsse dir!

  • Rita Angelone
    31. Januar 2019 at 12:39

    Liebe Michele und Ilona, das Thema ist sehr komplex, da habt ihr absoult recht. Gerade euer Beispiel „Tomaten“ zeigt das deutlich auf. Beim Beispiel, das ich mit den Erdbeeren und Co. gewählt habe, gibt es aber nicht wirklich viele andere Aspekte, die wir bedenken müssten. Da stimmt die CO2 Bilanz und alles andere einfach nicht im Vergleich zu hiesigen Produkten. Uns diese aber als „marktfrisch“ verklickern zu wollen, ist dann aber schon fast über den Tisch ziehen der Kunden. Lasst uns einfach dran bleiben und Schritt für Schritt etwas Kleines verbessern! Liebe Grüsse

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