Familienleben Kolumne

Räben und Rabeneltern am Räbeliechtli-Umzug

Selbst geschnitzte Räbe für den Räbeliechtli-Umzug in Albisrieden

Räbeliechtli-Umzug in Albisrieden

Auch der diesjährige Räbeliechtli-Umzug in Albisrieden ist wieder Geschichte. Und auch dieser Umzug hat mich emotional mitgenommen – doch auf eine andere Art und Weise als Ihr jetzt wohl denken mögt.

Emotionen von Umzug zu Umzug

Der allererste Umzug mit unserem kleinen Grossen war der weitaus berührendste: zu sehen, wie sich die Räbeliechtli in seinen neugierigen Augen spiegelten und sein Gesichtchen freudig erstrahlen liessen, erfüllten mein Mutterherz mit Glück. Der letztjährige Umzug, an welchem der Grosse zum ersten Mal mit seinen Kindergarten-Gspänli unterwegs war, war der herzzerreissendste: ihn mit seiner Räbe alleine ziehen zu lassen und die Eindrücke des Umzugs nicht mit ihm direkt teilen zu können, bereitete mir grosse Mühe. Immerhin konnte ich dies letztes Jahr noch mit dem Kleinen tun, der – zu jung für den Kindergarten – noch zusammen mit uns Eltern am Umzug mitzottelte.

Dieses Jahr waren nun beide unabhängig von uns unterwegs. Mit den Räben, die ich am Vorabend noch für sie geschnitzt hatte, an der Hand marschierten sie stolz los. Der Grosse drehte sich nicht einmal mehr nach uns um, der Kleine lächelte uns nochmals kurz an, widmete sich aber sofort wieder seinen Freunden.

Achterbahn der Gefühle

Was nun? Irgendwo am Strassenrand warten, bis sie vorbei liefen? Oder vielleicht lieber die Gunst der Stunde nutzen und mit dem Familienoberhaupt etwas „Ausgangsstimmung“ geniessen? Bei diesem Gedanken verflog meine ganze Melancholie nullkommaplötzlich und nur wenige Minuten später sassen wir schon im Eyhof. Ja, schon etwas übel, dass so tiefe Gefühle mir nichts dir nichts durch elementarste Bedürfnisse übertüncht werden können. Aber wisst ihr was? Wir waren längst nicht die einzigen Rabeneltern, die für einmal den Anblick von Bier und Wurst jenem von noch so schön verzierten Räben vorzogen!

mittwochs immer im Tagblatt der Stadt Zürich

Schlimm? Oder okay?

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6 Kommentare

  • Bea
    7. November 2012 at 08:37

    Ach wie schön…freu mich schon wenn wir auch nur noch beim „zieleinlauf“ dabei sein müssen. 🙂 ihr habt das richtige getan!

  • Nadja
    7. November 2012 at 12:48

    😀 hät ich auch so gemacht!

  • Nicole
    7. November 2012 at 16:21

    Ich freue mich auch, wenn wir mal nicht mehr mitlaufen „müssen“. Aber in der Nähe der Umzugsroute hat es gar keine Beiz, und zudem findet Nando es immer total schön, uns zuzuwinken, wenn er vorbeiläuft. So eilen wir am Sechseläuten ja sogar jeweils an mehrere Orte, um ihm zuwinken zu können. Und beim Fasnachtsumzug habe ich extra meine Mittagspause verschoben, um kurz am Rand stehen und winken zu können. Das wird vermutlich nie anders werden – ich werde Nando wohl noch zuwinken, wenn er mal als Erwachsener in einem Umzug mitläuft…. 😉 Bei Carmen könnte ich mir noch eher vorstellen, dass sie das nicht unbedingt „braucht“, dass wir zuwinken.
    Naja, auf jeden Fall geniessen GG und ich in der letzten Zeit ganz viel Ausgang allein‘ zu zweit 🙂 🙂 :-), und darum werden wir am Räbeliechtliumzug locker am Rand stehen und zuwinken.

    PS: Schlimm finde ich es übrigens überhaupt nicht, sondern völlig ok, aber für uns undenkbar.

  • Katharina
    7. November 2012 at 18:14

    Und ich hoffe, nächstes Jahr zum ersten Mal meinem Buben winken zu können. In Valangin herrscht eine tolle Tradition: Die Räben bzw. Kürbisse (offenbar muss das sein!) werden am ersten November-Wochenende auf dem Schloss geschnitzt, dann gibt’s „Zvieri“ und danach den Umzug. Wir haben das bisher aus oliventechnischen Gründen verpasst, aber nächstes Jahr möchte ich gerne dabei sein.

  • Andrea Mordasini, Bern
    8. November 2012 at 21:41

    Und wir erlebten gerade heute den ersten „Liechtli-Umzug“ unseres Buben. Wie die Kleinen stolz und glücklich mit ihren im Kindergarten selbstgebastelteten Laternen und singend durchs Quartier spatzierten – ein sehr bewegender, emotionaler, herzerwärmdender, einmaliger und schlicht unvergesslicher Moment :)! Und dass unser „Gieu“ seine Kindergarten-Klasse zusammen mit einem Gspänli anführen durfte, beschert mir noch jetzt nicht nur feuchte Augen, sondern zusätzlich Hühnerhaut. Ich musste mich wahrlich ziemlich zusammenreissen, um nicht gleich loszuheulen… ;). Denn die Ausrede bei tränenden Augen „ich habe eben Heuschnupfen“ zieht im November nicht mehr *hihihi*!

  • Rita Angelone
    8. November 2012 at 23:12

    @Andrea: jööö 🙂

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