Familienleben Kolumne Teenager und Pubertät

Pubertät – Vom Regen in die Traufe

Teenager verpuppen sich. Wie die Raupe Nimmersatt.

Ausblick Richtung Pubertät

Letzten Samstag haben das Familienoberhaupt und ich an einer Elternweiterbildung teilgenommen. Obwohl das Thema nicht die Pubertät war, hat die Referentin bereits einen Ausblick gewagt. Eigentlich, um uns damit zu helfen, unsere derzeitigen Bagatell-Sörgeli mit unseren Primarschulkindern etwas zu relativieren.

Die Zeit der Metamorphose

Vereinfacht gesagt hat sie folgendes erzählt: „Vor langer Zeit hatten Sie ein herziges Kind, so klein und süss wie die Raupe Nimmersatt als sie aus ihrem winzigen Ei geschlüpft war. Dieses herzige Kind wuchs und wuchs und entwickelte sich zu einen kleinen „Monsterchen“, das nicht immer das tut, was Sie genau wollen. Ja, genauso wie die winzige Raupe Nimmersatt, die frass und frass bis sie gross und fett wurde und es ihr nur noch speiübel wurde. Und dann, dann kommt der Moment, in dem dieses kleine „Monsterchen“ sich mir nichts, dir nichts in seine eigene Welt verabschiedet und für eine ziemlich lange Zeit unnahbar und nicht mehr ansprechbar ist. Wie die Raupe Nimmersatt. Beide Wesen verpuppen sich, verschwinden sozusagen von der Bildfläche und sind für niemanden mehr erreichbar. Adieu, Tschüss, Arrivederci. Würden Sie in diesem Moment die Puppe aufschneiden und hinein schauen, so sähen Sie nur ein „Riesenmus“. Und deshalb sollten Sie als Eltern in dieser Phase einfach warten, lernen auszuhalten und sich gedulden bis sich das undefinierbare Mus in einen schönen Schmetterling verwandelt hat. Oder eben in eine erwachsene, vernünftige Person.“ So in etwa sollten wir Eltern uns die Phase der Pubertät vorstellen.

Nun ja, wenn das so ist, werden wir tatsächlich versuchen, unsere jetzigen Bagatell-Sörgeli zu relativieren. Aber vor allem werden wir jetzt schon damit beginnen, uns warm anzuziehen. Denn – Hilfe! – die Vorpubertät kann heutzutage ganz schön früh einsetzen. Die ersten Testosteron-Schübe bei Buben erst recht.

immer mittwochs im Tagblatt der Stadt Zürich

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7 Kommentare

  • Gaby
    20. November 2013 at 08:23

    Mir fürchts einfach… mir fürchts! Unsere Grosse (11) ist schon so was von am Pubertieren he…. ständige Gefühlsschwankungen, „läckmer-Stimmung“, absondern im Zimmer… wuah! Wo ist mein kleines Strahlemädchen hin??? Und wenn ich weiss, dass ich nun bis ca. 17 warten muss, bis alles wieder gut… wuah! Ich hoffe, ich habe so viel Geduld :-((
    LG, Gaby

  • Katharina B.
    20. November 2013 at 10:32

    Wenn es für Dich schwer ist – wie schwer ist es dann erst für Dein Kind? 😉

  • TheSwissMiss
    20. November 2013 at 13:05

    Eine schöne Analogie mit der Raupe. Meine Kinder sind 12 und 9 – bis jetzt läufts bei uns gut.

  • Hallo-Eltern.de
    20. November 2013 at 16:46

    Das ist ja ein toller Vergleich! Wir haben hier gerade so ein „Mus“-Exemplar (gerade 13 geworden) und ich werde mir diesen bildlichen Vergleich immer dann vor Augen führen, wenn es zum Konflikt kommt. Die liebe gute Wissenschaft hat ja die Pubertät versucht zu erforschen und dabei festgestellt, dass in diesen Jahren (bis in die frühen 20-iger) ein Umbauprozess im Vorderhirn stattfindet. In dieser Zeit ist das Sozialverhalten massiv gestört und das ist keine böse Absicht der Kinder sondern schlichtes Unvermögen wegen der Umbauarbeiten. Und dann wurde auch noch kürzlich festgestellt, dass das „erwachsen sein“ immer später einsetzt und die erwachsene Reife erst mit 24 oder 25 Jahren erlangt wird. Schöne Aussichten für die nächsten Jahre … aber wer seine Kinder liebt hält das durch und das ist ja auch GAR NIX gegen die 40 Wochen Schwangerschaft mit denen wir uns die Sache eingebrockt haben!

  • Rita Angelone
    20. November 2013 at 21:36

    @Hallo-Eltern.de: danke für deinen schönen Kommentar!

  • Andrea
    4. Januar 2017 at 08:28

    Das „Raupen – MUS“ – Dasein (welch ein lustiges Bild) geht wirklich vorbei und dann sind die schlüpfenden Schmetterlinge umso schöner anzusehen – und vor allem umso entspannter (wieder) lieb zu haben :-
    Unsere Große (22) schüttelt jetzt ihren Schmetterlingskopf ob ihrer Brüder (15 /10) und fragt öfter nach ihrem eigenen „Raupen-Mus“ Werdegang !
    Nur Geduld – es ist ein bisschen wie mit den Maikäfer – Engerlingen – 7 Jahre später freut man /frau sich so an den Maikäfern und erinnert sich (nur noch) lächelnd an die Kinderzeit 🙂
    Andrea aus Norddeutschland

  • Rita Angelone
    4. Januar 2017 at 10:46

    Liebe Andrea! Danke für deine Rückmeldung – dann warte ich eben und … hoffe, dass es sich auch bei uns so zuträgt! Herzlicher Gruss aus Zürich zu dir nach Norddeutschland!

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