Familienleben Kolumne

Neue Lifestyle-Geschäftsidee: Schlafen gegen Bezahlung

Wie manch eine Mutter gehe auch ich ins Yoga. Yoga erlaubt mir, etwas Ruhe und Entspannung im Geist zu finden und gleichzeitig auch etwas Gutes für meinen Körper zu tun. Dank der meditativen Elemente, die mit sportlichen Aspekten gekoppelt werden, fühle ich mich jedenfalls nach einer Lektion immer herrlich aus­geglichen und ja, auch ein bisschen schöner als davor.

Manchmal habe ich diese Auszeit so dringend nötig, dass ich auf dem Weg zur Lektion halluziniere, wie erholsam es wäre, eine ganze Stunde lang einfach nur in der Totenstellung zu verharren. Schüttelt jetzt nicht gleich den Kopf, denn ganz so trivial wäre das nämlich nicht. Die Savasana-Übung tönt vielleicht nach der einfachsten Yoga-Übung überhaupt, weil man nur rücklings auf der Matte liegen und alle vier von sich hinstrecken muss. Die Übung ist aber ­eigentlich eine der schwierigsten, genau weil man nicht einen einzigen Körperteil bewegen darf, da während der Totenstellung der Geist über den Körper herrschen soll. Die grösste Schwierigkeit für mich wäre es allerdings, bei einer reinen Totenstellung-Lektion nicht einfach ­wegzudösen und tief einzuschlafen?.?.?.

Doch genau dieses Risiko hat mich – weiter halluzinierend – auf die Idee gebracht, ein neues Geschäftsmodell zu entwickeln und über den Mittag reine Schlaflektionen anzubieten. Was denkt Ihr, wären nicht viele Leute dazu bereit, einen Preis zu zahlen, wenn sie im Gegenzug einfach nur einen Raum, eine Matte und etwas Zeit zum Schlafen bekämen? Abseits von Familie, Kindergeschrei und Gezeter, abseits vom Geschäft. Einfach nur Ruhe. Von mir aus diskret begleitet von indischem Singsang, um dem Ganzen eine Prise Besonderheit zu verleihen.

Jetzt, da Schlafen und Schlafmanko in allen Medien zu einem Lifestyle-­Thema avanciert ist und längst nicht nur ge­beutelte Eltern davon be­troffen sind, denke ich – wohl immer noch leicht ­halluzinierend –, dass ich damit sehr ­erfolgreich werden könnte!

immer mittwochs im Tagblatt der Stadt Zürich

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1 Kommentar

  • Katharina - Mama hat jetzt keine Zeit
    11. März 2015 at 11:09

    Einige Berner Hotels bieten seit ein paar Jahren Räume für Mittagsschläfchen an – die Idee ist also durchaus geschäftsfähig.

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