Familienleben Kolumne

Lieben statt schwafeln

Was sind wir alle froh, dass wir noch da sind, oder? Der Weltuntergang ist gottlob nicht eingetreten, selbst Weihnachten haben wir überstanden! Puh, einmal mehr sind wir haarscharf dem sicher geglaubten Verderben entronnen und können nun endlich wieder tief durchatmen und schweigen. Ja, SCHWEIGEN

Denn dieses ewige Weltuntergangsthema in den letzten Monaten, das über alle Medien verbreitet, an allen erdenklichen Orten zu hören und von Hinz und Kunz ständig hin und her diskutiert wurde, konnte ich nicht mehr hören. „Glaubsch du dra?“ „Nei, spinnsch! Du?“ „Nei, sicher nöd! Aber jetzt emal agno, es würdi passiere?“ „Jetzt hör emal uf, es passiert sicher nöd!“ „Meinsch? Wieso bisch eso sicher?“ „Weiss au nöd, wills eifach nöd si chan!“ „Okay, wänn du meinsch…“

Habt Ihr auch schon festgestellt, dass je mehr sich Menschen fürchten, umso redseliger werden sie? Dabei versuchen sie aber so cool wie nur möglich zu wirken, was das Ganze nur noch lächerlicher macht. Wieso also nicht einfach zugeben: ja, ich habe Angst, dass plötzlich aus die Maus sein könnte! Weil seit ich mit den Buben einen Film zum Aussterben der Dinosaurier gesehen habe, habe auch ich grosse Angst vor einem Weltuntergang, der – seien wir objektiv und ehrlich zueinander – tatsächlich eintreten kann. Spätestens im 2033 heisst es ja jetzt!

Doch statt monatelang darüber zu debattieren, was wäre wenn, habe ich meinen drei Männern lieber einmal mehr aus heiterem Himmel einen Kuss auf die Stirn gedrückt, bevor ich dann – sicher ist doch irgendwie sicherer – im Keller unseren Notvorrat wieder einmal unter die Lupe genommen habe.

Na ja, bis 2033 bleibt jedenfalls wieder etwas Zeit. Um zu debattieren oder vielleicht doch besser: um zu lieben!

mittwochs immer im Tagblatt der Stadt Zürich

Habt Ihr am Weltuntergang rumstudiert? Was ist dabei heraus gekommen?

Dies koennte dir ebenfalls gefallen

2 Kommentare

  • Nicole
    27. Dezember 2012 at 09:15

    Viel wahrscheinlicher als der Weltuntergang ist es doch, dass einer von uns einfach unerwartet und plötzlich von uns gehen muss. Daher lebe ich schon mindestens seit dem Tod meines Vaters, als ich 15 Jahre alt war, ganz streng nach dem Motto „Carpe Diem“! Nutze den Tag!

    Und ein Notvorrat würde uns bei einem Weltuntergang ohnehin nicht helfen. Wir haben keinen. Die Bewirtschaftung dieses Notvorrats ist mir zu aufwändig.

  • Nadja W.
    27. Dezember 2012 at 09:51

    Wenn die Welt untergeht braucht es keinen Notvorat weil wir ja mit der Welt untergehen 😀

Hinterlasse eine Nachricht

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.