Familienleben

Kinder zu Hause: Wie sicher ist unser Daheim?

Das ist jetzt für einmal eine ungefährliche Spielvariante…

Es ist nass und kalt und unsere Buben spielen derzeit vermehrt zu Hause. Dabei können sie ganz schön kreativ werden und man muss immer ein Auge drauf halten, auf welche (auch gefährlichen) Ideen sie da kommen: Möbel werden zu Turngeräten, ungeeignete Gegenstände zu Spielzeugen (wie kürzlich von mir unbedacht liegen gelassene Streichhölzli…).

Kinder zwischen 0 und 16 Jahren sind gemäss bfu überdurchschnittlich oft von Verletzungen in Haus und Freizeit betroffen. In diesem Alter können wir Erwachsene immer noch die grösste Sicherheit für unsere Kinder gewährleisten – durch Aufmerksamkeit und durch überlegtes Vorausschauen können wir für eine sichere Wohnung sorgen, indem wir grundsätzliche Vorsichtsmassnahmen beachten. Das Gute: nicht nur unsere Kinder werden vor Gefahren geschützt, auch wir Erwachsene profitieren davon.

Und da bei uns kürzlich wieder einmal die bfu-Kinderpost ins Haus geflattert ist, möchte ich Euch auf diese interessanten und sehr lehrreichen Publikationen aufmerksam machen:

Die Präventions-Broschüren sind dem jeweiligen Entwicklungsstand der Kinder angepasst und informieren die Eltern über typische Unfallgefahren. Sie geben Tipps und Anregungen zur Erhöhung der Sicherheit der Kinder im Haushalt, bei Spiel und Sport sowie im Strassenverkehr. Die bfu-Kinderpost umfasst 16 Ausgaben, die – mit der Geburt eines Kindes beginnend – den Eltern alle 6 Monate gratis zugestellt werden.

Ich freue mich immer wieder auf die aktuelle Ausgabe, denn jedes Mal lerne ich etwas dabei!

Wer Lust hat, seinen Haushalt auf Gefahren hin zu prüfen, wirft am besten einen Blick auf diese Checkliste: Lassen Sie die Sicherheit Einzug halten. Trotz der einen oder anderen Gefahrenquelle, die bei uns schon noch nicht ganz ausgemerzt ist (Öffnen der Fenster in Kinderzimmer), erreichen wir dennoch die Sicherheitsstufe A, wissen jetzt aber auch, wo wir noch etwas verbessern können.

Wie sieht es bei Euch aus? Haben Euch Eure Kinder auch schon mal ganz böse überrascht? Was für Gefahrenquellen habt Ihr schon beseitigt? Welche existieren noch?

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10 Kommentare

  • manuela gfeller
    3. Januar 2012 at 08:40

    es gibt so viele möglichkeiten im haushalt die ich erst merke dass sie gefährlich sind wenn schon eines der kids dabei ist einen blödsinn zu machen. wobei drinnen es noch einfacher ist sie zu bewachen als wenn sie alleine draussen sind. wir haben einen bauernhof und somit gefahrenquellen ohne ende. natürlich sind die schlimmsten abgesperrt-zugedeckt und in die höhe gestellt aber das areal ist zu unübersichtlich damit ich sie immer im auge haben kann. es gibt ganz wichtige grundsätzte die sie einhalten müssen, wenn nicht dürfen sie nicht mehr alleine draussen spielen. aber es kommt ihnen halt schon immer sehr viel „mist“ in den sinn den sie NICHT als gefährlich erachten und mir aber fast die luft weg bleibt. gott sei dank ist noch nie etwas schlimmes passiert, weder drinnen noch draussen 🙂 man muss ihnen ja auch freiraum gewähren und kann sie nicht in watte packen auch sie sollen aus fehlern lernen können.

  • Rita Angelone
    3. Januar 2012 at 08:56

    @Manuela: Danke für deinen Beitrag! Ja, zum Glück haben Kinder auch etliche Schutzengel. Mir ist kürzlich das Herz in die Hose gerutscht, als mein Grosser mit einem Freund im Kinderzimmer spielte und ich zwischendurch nach oben ging, um nachzuschauen und da war das Fenster sperangelweitoffen!!!! Sie hätten warm gehabt und drum das Fenster aufgemacht. Noch nie wars meinem in den Sinn gekommen, ans Fenster zu gehen, drum war das nie ein Thema für mich. Aber weil sein Freund warm hatte, machte er es auf. Mir ist bewusst geworden, dass auch die Gruppendynamik das vermeintlich bekannte und vorhersehbare Verhalten des eigenen Kindes beeinflussen kann. Es ist nichts passiert, aber mir hat es die Augen geöffnet.

  • Nicole
    3. Januar 2012 at 09:29

    GG und ich haben auch einige Vorkehrungen getroffen, um unser Daheim kindersicherer zu machen. Ich habe jetzt aber bewusst „kindersicherer“ und nicht „kindersicher“ geschrieben, denn „kindersicher“ gibt es für mich nicht, denn die Kinder schaffen es immer, irgend eine Unsicherheit zu schaffen…. Meiner Meinung nach ist eine unserer wichtigsten Erziehungsaufgaben, die Kinder im Umgang mit den Gefahren zu schulen, denn sonst haben sie zuhause ein geschütztes Refugium, fassen dann aber auswärts unbedarft z.B. an die Herdplatte, weil es da keinen Schutz hat und zuhause schon….. Wir haben also z.B. die Herdplatten nicht geschützt, aber ich thematisiere das Thema der Gefahr der Hitze immer wieder. Nando, unserem (meist) vernünftigen Jungen, hat das gereicht, Carmen hat dennoch mal in einer raschen Handlung (ich stand daneben…) kurz an den Rand der Platte gefasst und sich eine Blase geholt.
    Die Fenster sind bei uns überall öffenbar (hihi, wie heisst das – öffnenbar? ;-)), und Nando macht das Fenster schon lange selbständig offen, wenn er warm hat, aber er lehnt nie raus. Ich habe ihm eigentlich mal mit einer Melone zeigen wollen, was passiert, wenn da jemand runterfällt, aber dann hatte ich Angst davor, dass ich die ganze Fassade reinigen müsste. Ich vermute, bei Carmen muss ich diese Demonstration bald mal machen, denn sie wird es mir sonst vielleicht nicht glauben….
    Ich finde es richtig und wichtig, Vorkehrungen zu treffen, um die Kinder zu schützen, aber ich finde es mindestens genauso wichtig, die Kinder für den Umgang mit Gefahren zu schulen. Ich habe, als ich noch journalistisch tätig war, mal recherchiert betr. den Unfällen im Haus. Meistens waren/sind deren Ursache halt schon darin, dass mit dem Thema „Unfallgefahr im Haushalt“ generell sehr unbedarft umgegangen wird. Wenn die Mutter oder der Vater sich auf einen wackligen Stuhl stellen, um ein Fenster zu putzen oder einen Nagel einzuschlagen, dann muss man sich nicht wundern, wenn das die Kinder auch machen. Wir müssen eben wirklich Vorbild sein!

  • Rita Angelone
    3. Januar 2012 at 09:36

    @Nicole: Wir nehmen uns auch vor, der Umgang mit Gefahren zu lehren. Ich komme ursprünglich aus der Industrie und da war das Thema Sicherheit und Unfälle und so ein RIESENTHEMA, was mich sehr geprägt hat. Zum Beispiel wurden wir richtig gedrillt, beim Treppenlaufen den Handlauf zu benützen und ähnliches. Die SUVA macht ja viel Präventionsarbeit diesbezüglich. Und so versuchen wir, nicht das Messer oder die Schere zu verbieten, sondern den richtigen Umgang damit zu lehren. Und das mit dem Fenster hat mir die Augen geöffnet, aber wir haben uns entschieden, trotzdem keine Sicherung dran zu machen, sondern eben auch den Kindern die Augen zu öffnen. Die Melone finde ich recht krass, weil ich kaum selber hin schauen kann, seit ich am TV einen Spot gesehen habe betr. Velohelm tragen…! Wirkungsvoll ist die Melone aber sicher!
    Und: das mit dem Stuhl u.ä. mache ich – seit ich Kinder habe- nicht mehr. Weil ich Angst habe zu verunfallen und weil genau dieses Verhalten kopiert wird. Da stimme ich dir absolut zu.

  • Nicole
    3. Januar 2012 at 09:53

    @Rita: Ja, das mit dem Messer und der Schere machen wir z.B. auch so. Ich arbeite ja bei einer Versicherung, wo neben mir Risk-Engineers sitzen, die auch immer wieder bei unseren Versicherten schauen, dass die ihre Risiken vermindern….
    Zur bfu-Kinderpost noch: Ich finde die sehr gut als Denkanstoss, wenn ich auch eben meine, dass da zu viel Sicherheitsvorkehrungen propagiert wird und das Thema Aufklärung und Lehren des Umgangs mit den Gefahren zu kurz kommt. Mich nervt es aber, dass man die Kinderpost nicht als pdf-File downloaden kann, denn immer dann, wenn ich froh wäre, die Broschüre zur Hand zu haben, dann ist sie unauffindbar. Ich habe bei der bfu da schon ein paar Mal nachgefragt, stosse aber bisher auf taube Ohren. Habe gerade eben nochmals auf der Website geschaut, ob sich da was geändert hat. Nein. Man kann die Kinderpost bestellen, aber nicht downloaden. Warum nur? Vielleicht kannst du ja auch noch nachbohren…. 😉

  • Katharina
    3. Januar 2012 at 10:36

    Grösstenteils unterschreibe ich ganz faul bei Nicole.
    Es stimmt schon: Die Kurzen sind unglaublich innovativ wenn es um’s Erfinden neuer Gefahrenquellen geht. Meiner hat beispielsweise mal die Schubladen unserer hohen, schweren Kommode wie eine Treppe ausgezogen, um hochzusteigen. Mir wird heute noch ganz anders wenn ich denke, was so eine 150-Kilo-Kommode aus meinem damals 18 Monatigen gemacht hätte, wäre sie gekippt!
    Trotzdem verfolgen auch mein Mann und ich dieselbe Politik, wie ihr, Nicole und Rita: Gefahren nicht wegsperren, dafür aber den sicheren Umgang damit beibringen. Es ist auch wirklich herzig zu sehen, wie der Zweijährige selbständig seine Schutzbrille, Handschuhe und Pamir holt, sobald Papa die Bohrmaschine zur Hand nimmt (und der muss – zähneknirschend – selber auch *giggel*).
    Aber die Gefahr lauert halt auch vor allem da, wo man sie nicht vermutet. Wie gesagt können die Kurzen sehr kreativ sein im Finden neuer Gefahren, die wir Erwachsenen uns gar nicht hätten vorstellen können.

  • SomeintPhia
    4. Januar 2012 at 01:29

    … wenn unsere Kleine (17 Mte) stolz auf die Zweistufen-Leiter steigt, um zu zeigen, wie „sicher“ sie da schon „stehen“ kann, bleibt einem schon kurz der Atem stocken.

  • Rita Angelone
    4. Januar 2012 at 06:42

    @SomeintPhia: das glaube ich dir gern!

  • Andrea Mordasini, Bern
    4. Januar 2012 at 21:29

    Hallo zäme :)!

    Ich sehe es grundsätzlich wie Katharina und Nicole. Ich will und kann meine beiden, übrigens sehr neugierigen und wilden Kleinkinder im typischen Entdecker- und Abenteueralter (bald 5, bald 3,5) nicht in Watte packen und vor allen Gefahren beschützen. Im Gegenteil! Ich bin der Meinung, dass die Kinder Gefahren selber erfahren müssen (natürlich keine schlimmen Stromschläge, Stürze aus hoher Höhe etc.!), um diese kennenzulernen und Respekt davor zu bekommen. So wissen sie zum Beispiel, dass die nicht geschützte Herdplatte heiss und das Messer wie die Schere schneiden können. Indem ich sie sachte, bewusst und natürlich begleitet an diese Gefahrenquellen ranlasse (Hand leicht über die heisse Herdplatte halten, mit der Schere und dem Messer „spielen“/anfassen), lernen sie damit umzugehen. Von hysterischen und panischen Helikoptereltern dauernd überbeschützte und vor Gefahren bewahrte Kinder werden verweichlicht, unsicher und unselbständig. Sie werden in ihrer Entwicklung zu selbstständigen Personen gehemmt und gebremst und draussen im echten Leben, spätestens in der Spielgruppe, Kindergarten, Schule gefahrenmässig auf die Welt kommen. Eine solche Erfahrung will ich meinen ersparen! Und doch gibts auch bei uns zu Hause die eine oder andere Massnahme und Vorkehrung: nicht gebrauchte Steckdosen auf Kniehöhe sind mit Stöpseln versehen, Putzmittel, Medikamente, Alkohol in Schränken gut verschlossen aufbewahrt und an den Fenstern habe ich Griffe mit Schlüsselchen anbringen lassen. Das sollte eigentlich reichen, denn schliesslich kennen die Eltern ihre eigenen Kindern am besten und wissen genau, was und wieviel sie ihnen zutrauen dürfen und was (noch) nicht. Neben etwas Vorsicht und Kontrolle braucht es unter anderem Vertrauen in seine Kinder und sich selbst, eine Portion Glück, Lockerheit, starke Nerven, gesunder Menschenverstand und eine Heerschar wachsamer Schutzengel. So reifen Kinder zu selbstbewussten, selbstständigen, starken und mutigen Erwachsene heran. Allen Leserinnen und Lesern sowie vor allem allen Eltern und deren Kindern wünsche ich an dieser Stelle neben vielen Schutzengeln ein glückliches, zufriedenes, erfolgreiches und unfallfreies 2012 :)!

  • Rita Angelone
    4. Januar 2012 at 22:40

    Liebe Andrea, danke für deinen ausführlichen Beitrag! Auch Euch nur das Beste für 2012!

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