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Homeschooling in Corona-Zeiten – Idealbild versus Realität

Homeschooling in Corona-Zeiten - Idealbild versus Realität
Homeschooling in Corona-Zeiten – Idealbild versus Realität

Homeschooling in Corona-Zeiten – zwischen Idealvorstellung und Realität

Die Schulen sind zu, die Schulkinder zu Hause. Unsere Gastbloggerin Mirjam hat zwei Kinder und berichtet offen und ehrlich, wie es in ihrer Familie mit der Schule zu Hause läuft. Mit ihrer Gegenüberstellung von ihrer ursprünglichen Homeschooling-Vorstellung und der jetzigen Homeschooling-Realität lehnt sie sich etwas aus dem Fenster – doch das ist ja in der #stayathome-Zeit zum Glück noch erlaubt!

Selbständiges Distance Learning

Die Kinder machen die Schulaufgaben hauptsächlich selbständig und sind motiviert.

Realität

Ich sitze fast Non Stop neben den Kindern, beantworte sehr viele Fragen und schaue, dass Konzentration und Motivation nicht ganz verloren gehen…

Disziplinierte Haushaltsführung

Der Haushalt ist wegen der vielen Zeit zu Hause in einem Top-Zustand, der Keller endlich aufgeräumt!

Realität

No chance! Keine Zeit! Grund? Siehe Realität „selbständiges Distance Learning“!

Kreatives Basteln

Wir basteln gemeinsam schöne Dinge.

Realität

Kreativität ist in etwa so wenig meine Berufung wie von gestern auf heute Lehrerin zu sein.

Happy Cooking

Die Kinder oder der Ehemann kochen für mich. Als Entlastung zum Home-Office, Home-Schooling und Home-Haushalting.

Realität

Fehlanzeige! Die Kinder haben so viele Hausaufgaben von der Schule erhalten, dass zum Kochen keine Zeit bleibt. Der Ehemann hat mit seinem Job selber genug um die Ohren und somit auch keine Zeit.

Happy Family

Pure Familienidylle, weil wir nun endlich richtig viel Zeit zusammen haben!

Realität

Die Idylle kommt zwischendurch vor, manchmal fliegen aber auch einfach die Fetzen, weil wir nun endlich so viel Zeit zusammen haben…!

Zeit zum Lesen

Die Kinder lesen stundenlang friedlich in einem Buch.

Realität

Das klappt bei einem meiner Kinder recht gut, das andere möchte den ganzen Tag gamen und sicher nicht lesen!

Me Time

Am Abend habe ich Zeit für mich und kann meinen Interessen nachgehen.

Realität

Auch dies erfüllt sich nicht, weil es für meine Kids schwer nachvollziehbar ist, dass eigentlich kein Ferien-Modus herrscht. Wir kriegen sie fast nicht ins Bett. Inzwischen bin ich sowieso früher müde als die Kinder.

Stay positive

Bei aller Diskrepanz zwischen Idealbild und Realität: Ich kann dieser speziellen Zeit jedoch auch einiges Positives abgewinnen:

  • Wie schnell sich die Natur an gewissen Orten erholt, sehe ich als Wunder an.
  • Ich bin dankbar dafür, dass wir vier bis jetzt gesund sind und einander haben.
  • Eine gewisse Entschleunigung von den vielen Terminen tut gut.
  • Mich berührt die Solidarität unter den Menschen.
  • Es ist eine wertvolle Erfahrung zu spüren, was das Wesentliche im Leben ist.

Trotz diesen positiven Aspekten vergiesse ich ab und zu eine Träne, weil ich müde bin oder einfach die Stunden für mich alleine oder mit meinen lieben Menschen ausserhalb des Hauses vermisse. Alle, die das lesen und den Homeschooling-Alltag manchmal auch streng finden – seid herzlich gedrückt von mir! Mirj

Wie erlebt ihr das Homeschooling in der Corona-Zeit?

Mirjam Rohn-Heiniger (40) wohnt mit Mann, Sohn (12) und Tochter (11) in Burgdorf und ist bei der offenen Kinder- und Jugendarbeit in Burgdorf sowei bei den roundabout Streetdance-Gruppen in Burgdorf tätig. Es ist ihr ein Herzensanliegen, ehrlich und authentisch mit Tabu-Themen wie zum Beispiel Depressionen umzugehen. Indem sie offen über herausfordernde Themen spricht, fühlen sich andere verstanden und abgeholt und merken: Auch in anderen Familien läuft nicht alles reibungslos. Mirjam findet, dass auf Social Media vieles sehr perfekt daher kommt und nicht der „Durchschnitts-Familie“ entspricht. Sie findet es schön, sich gegenseitig zu ermutigen und die vielen schönen Seiten des Lebens zu teilen. Jedoch ist es ihr genau so wichtig, auch die schwierigen Seiten anzusprechen und damit einander viel mehr Stütze als Konkurrenz zu sein.


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Die Schulen sind zu, die Schulkinder zu Hause. Unsere Gastbloggerin Mirjam hat zwei Kinder und berichtet offen und ehrlich, wie es in ihrer Familie mit der Schule zu Hause läuft. Mit ihrer Gegenüberstellung von ihrer ursprünglichen Homeschooling-Vorstellung und der jetzigen Homeschooling-Realität lehnt sie sich etwas aus dem Fenster - doch das ist ja in der #stayathome-Zeit zum Glück noch erlaubt!

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1 Kommentar

  • Sarah
    2. April 2020 at 11:40

    Herzlichen Dank für diesen ehrlichen Artikel. Bei uns (mit 3 Kindern) sieht es so ziemlich ähnlich aus…! Tut irgendwie gut zu hören, dass es auch anderen Müttern so geht.

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