Familienleben Kolumne

Findet mich das Glück?

Mit dem Glück ist es so eine Sache: es lässt sich bekanntlich weder mit Wille noch durch Anstrengung finden und schon gar nicht durch hartnäckiges Wünschen. Glück stellt sich meist dann ein, wenn man nicht gezielt danach sucht und am wenigsten daran denkt.

Anders als Erwachsene haben Kinder keine Erwartungen an das Glück. Ob eine Süssigkeit oder eine ausserordentliche Freizeitaktivität, mit der sie nicht gerechnet haben – Kinder nehmen jeden Glücksfall, der ihnen ohne eigenes Dazutun in den Schoss fällt, freudig an, hinterfragen ihn nicht und hecken auch keine Strategien aus, wie sie das Glück heraus fordern können. Gerade diese Unbekümmertheit ist es, die dazu führt, dass Kinder auch in Glücksfragen, die vermeintlich eine Portion Verstand und Intelligenz bedürfen, Erwachsenen gegenüber oft überlegen sind.

So brüten gestandene Männer über die richtigen Tipps beim Fussball Toto und werfen dafür Qualifikationsresultate und Statistiken vergangener Spiele in die Waagschale, wo Kinder hingegen sich lieber durch ihre Lieblingsfarben auf Spielertrikots oder Nationalflaggen leiten lassen, um letztlich die nicht schlechteren Tippresultate zu erzielen.

Erwachsene rufen anlässlich eines Memory-Duells mit Kindern jede ihrer bereits in die Jahre gekommene Hirnzelle ab, um resigniert zur Kenntnis zu nehmen, dass Knirpse nicht nur über ein sagenhaftes Gedächtnis verfügen, sondern auch überdurchschnittlich häufig vom Glück geküsst ganz zufällig die richtigen Kartenpaare aufdecken.

Und während Eltern an einem Glücksrad über die aufzuwendende Kraft sinnieren, um das richtige Drehmoment für die Erzielung eines Gewinnes zu erreichen, zerren Kinder unbeschwert daran, um – wen wunderts? – auf Anhieb einen Sofortpreis abzusahnen.

Ja, Kinder haben durch ihre Arglosigkeit häufiger ein glücklicheres Händchen. So werde ich mich also in den nächsten Tagen ganz diskret zurück halten, wenn es gilt, das Glück im „Letzipoli“ zu versuchen. Wenn Sie also zwei unbelastete und unbekümmerte Buben an der Slot-Maschine hantieren sehen, dann sind es meine, die für mich – versteht sich doch – den Jackpot holen sollen!

immer zweimal jährlich für den Letzi Life Shoppingguide vom Letzipark

Lesen Sie auch die früheren Kolumnen im „Letzi Life“:

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2 Kommentare

  • Katharina
    31. Juli 2011 at 08:53

    Das erinnert mich an folgende Geschichte meiner grossen Schwester. Lehrerin aus Berufung, liess sie jahrelang nur pädagogisch Wertvolles an die zarten Seelen ihrer Kinder. Bis zu dem Tag, als jemand ihrem Sohn, meinem sehr geschätzten Neveu, der damals wohl zarte acht oder neun Jahre zählte, ein Lösli für die Tombola des Dorfmarktes eines mittelgrossen Berner Oberländer Kaffes zuspielte.
    Und was geschieht? Selbstverständlich – im Zusammenhang mit diesem Blogeintrag – gewinnt der Kurze Kerl den Hauptpreis: Ein zu jenem Zeitpunkt topmodernes Mobiltelefon mit Fotokamera und sonstigem Schnickschnack.
    Worauf statt selbst gestrickter Sockenwärmer fortan in jener Familie das digitale Zeitalter ausbrach und trotz Boykotts durch die Eltern nicht mehr zu vertreiben war. Scham und Asche über das Haupt der ehemaligen Lehrerin, deren Kind als erste seiner Klasse in besagtem Kaff ein Handy mit in die Schule brachte und zum allseits bekannten Phänomen „aber ALLE ANDEREN haben schon eines“ der Gschpänli bei ihren Eltern führte…..

    Die Moral der Geschichte? Fortunas Wege sind unergründlich und sie sie hat Humor. Selbstgestrickte Birkenstöcke hingegen mag sie gar nicht.

  • Rita Angelone
    1. August 2011 at 11:58

    hehehe…..!!!!

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