Familienleben Schule

Ende einer Ära: Die Schnüerlischrift hat ausgedient

Noch lernen sie unsere Buben: Die Schnüerlischrift aus dem Jahre 1947

Auf das Schuljahr 2016/17 werden die Schulkinder im Kanton Zürich beim Schreiben die Buchstaben nicht mehr alle untereinander verbinden müssen, denn: Die Schnüerlischrift wird auch bei uns abgeschafft und die neue, nur noch teilverbundene Basisschrift als Schulschrift eingeführt!

Die Formen der Basisschrift sind einfacher und dadurch soll das Schreiben zügiger erfolgen. Ausserdem lernen die Schüler künftig ab der 1. Klasse nur noch eine Schrift und müssen sich – anders als bisher – nicht mehr von der Steinschrift auf die Schnüerlischrift umstellen.

Die Abschaffung der Schnüerlischrift weckt Emotionen: Die einen hängen an ihr, die anderen haben sie immer schon gehasst. Wir haben unsere Buben auch gefragt und folgende Antworten erhalten:

Die Schnüerlischrift ist wie eine eigene Sprache!

Während es unser Grosser eher traurig findet, dass die Schnüerlischrift – die er schon fast wie eine eigene Sprache betrachtet – abgeschafft wird, kann sich der Kleine schon besser damit abfinden:

Bis jetzt noch cool, aber … !

Ich gehöre zur Fraktion, welche die Abschaffung eher bedauert, da ich im Schreiben in der Schnüerlischrift auch eine sinnliche Art der Entschleunigung sehe, die uns in der Welt des schnellen Tippen auf allerlei Gadgets, der unverständlichen Abkürzungen und der gänzlich ohne Sprache auskommenden Emoticons wohl allen immer wieder gut täte…!

Und es ist ja auch höchst interessant, wie parallel zur „Beschleunigung“ der Schulschrift und des Schreibens und Kommunizierens überhaupt jetzt plötzlich „Entschleunigungs-Trends“ wie Malen und Zeichnen à la Secret Garden entstehen und Kalligraphie- und Letteringkurse nur so aus dem Boden schiessen. Irgendwie mögen es die Menschen eben doch, ganz schön und ganz langsam zu schreiben und zu zeichnen. Eigenartig alles.

Was ist eure Meinung zur Schnüerlischrift bzw. zur neuen Standardschrift?

Weitere Beiträge passend zum Thema „Malen und Zeichnen mit Kindern“:

Weitere allgemeine Bastel- und Deko-Tipps findet Ihr in unserer Rubrik Basteln und Dekorieren oder auf flickr!

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3 Kommentare

  • Nadja W.
    21. Januar 2016 at 12:34

    Für mich als Linkshänder ist die Schnürlischrift eher mühsam desswegen bedaure ich es nicht. Tristan kommt im Sommer in die 2. Klasse und käme eigentlich drum rum ABER Wädenswil hat sich entschieden dies erst aufs Schuhljahr 17/18 zu ändern…… Jetzt kommt er leider doch noch in den Genuss meines grauens 🙁 bin ja mal gespannt!

  • Natalie
    21. Januar 2016 at 13:26

    Schreibt denn jemand von euch heute noch Schnürlischrift?

    Beide meine Kinder haben die Schnürlischrift gehasst! Basisschrift ist so viel einfacher und ringer! Warum viele Kinder mit einer veralteten Schnörkelschrift „plagen“, wenn es einfacher geht! Und die, die gerne möchten, können die Zierschrift in der Freizeit lernen!
    Als Mutter und Lehrerin freue ich mich sehr über die Neuerung, auch wenn es für meine Kinder leider zu spät kommt…

  • Avenira
    21. Januar 2016 at 14:21

    Anfangs fand ich es sehr schade, dass die Schnürlischrift einfach entfällt. Es ist jedoch nicht so, dass ich immer noch verbunden schreibe, aber es hat mir doch sehr geholfen, eine eigene Handschrift zu entwickeln.
    Bei genauerer Auseinandersetzung mit dem Thema muss ich allerdings sagen, dass ich den Schritt sehr begrüsse. Die Kinder lernen nur noch „eine“ Schrift und können die Buchstaben hoffentlich besser festigen. Ausserdem kann man die Stunde, in der Schnürlischrift geübt wurde, gut für anderes brauchen. Somit gewinnt die Schule wieder etwas Zeit, für all die vielen Sachen, die sie in den Lektionen einpacken muss.

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