Familienleben

Eins, zwei oder drei? Wieviele Kinder sollens sein?

Götti

Als ich noch keine Kinder hatte, fragte man mich die ganze Zeit, weshalb ich keine Kinder hätte und ob ich denn wirklich keine wolle. Natürlich war mit dieser Frage eigentlich gemeint, ob ich denn keine bekommen könne. Und natürlich war mit dieser Frage auch gemeint, dass ein Leben ohne Kinder, eine Partnerschaft ohne Familienpläne einfach sinnlos sei.

Als ich dann – endlich! – ein Kind hatte, wollten alle wissen, ob es bald schon ein Geschwisterchen bekommen würde. Weil nur ein Kind zu haben, einfach nur egoistisch sei von den Eltern und viel zu traurig für das Einzelkind.

Als das Geschwisterchen – was? so rasch? – unterwegs war, fragten alle, weshalb ich mir das antun wolle, wo ich doch schon mit einem Kind überfordert sei. Ein Kind sei zwar zu wenig, zwei Kinder aber doch irgendwie zu viel.

Mit zwei Buben kam dann auch relativ rasch die Frage, ob ich denn nicht noch ein Mädchen machen wolle. Als ob zwei Buben eine Second Best Variante darstellten, die man mit einem Mädchen etwas aufwerten könnte. Und als ob das Geschlecht eine reine Willensfrage sei.

Nachdem sich die dauernde Fragerei irgendwann mal aber doch etwas gelegt hatte, werde ich neuerdings mit der Frage konfrontiert: „Habt Ihr Euch auch schon überlegt, ein drittes Kind zu bekommen? Wie Zanellis oder Brüggers?“ Bei dieser Frage ist mir allerdings noch nicht ganz klar, worauf sie wirklich abzielt: wollen die Fragenden mein wahres (auch schon beim ersten Kind zu hohes!?) Alter in Erfahrung bringen oder einfach nur wissen, ob ich überhaupt noch Sex habe?

Anyway – mich interessiert nicht, was Zanellis oder Brüggers machen und wieviele Kinder sie auf die Welt stellen wollen. Ich wünsche mir jedenfalls bestimmt kein drittes Kind, nur weil es in unserem Bekanntenkreis plötzlich ein Hype ist, möglichst viele Kinder zu bekommen.

Was mich vielmehr interessiert, ist, weshalb die Qualität eines Lebens, einer Partnerschaft oder einer Familie über die Anzahl Kinder definiert werden soll und wie es dazu kommen kann, dass solch persönlichen Fragen mir nichts dir nichts gestellt werden können.

Welche Fragen hat man Euch gestellt, als Ihr noch keine Kinder hattet bzw. als Ihr zu viele oder zu wenige Kinder hattet? Und was habt Ihr darauf geantwortet?

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4 Kommentare

  • Bionic Hobbit
    3. Oktober 2012 at 20:30

    Ich habe nur gehört „wieso hast du denn drei, wenn du das so anstrengend findest“. Man darf also ja nie jammern, wenn man doch aus Versehen drei hat, denn man hat es schliesslich gewollt! Wir haben sogar verdammt viel dafür bezahlt….4 Runden IVF! Ja, der Trend scheint im Moment wieder höher zu sein, allerdings frage ich mich wieso, denn in unserer Zeit, wo viele keine freiwilligen Grosseltern in der Nähe haben, ist es echt anstrengend. Und wenn dann der gesamte Lohn und mehr für Kinderbetreuung drauf geht, muss man schon sehr motiviert sein, arbeiten zu gehen. Vielleicht nehmen das manche als Entschuldigung, zuhause bleiben zu dürfen. Um das zu rechtfertigen braucht es dann vielleicht drei Kinder… 🙂

  • Rita Angelone
    3. Oktober 2012 at 21:17

    @Bionic: Hoppla, da meldet sich Bionic wieder einmal! Aber eben, gell, mit drei Kindern ist man halt schon etwas am Limit und hat eben nicht mehr so viel Zeit, Blogs zu lesen und schon gar nicht zu kommentieren. Tja, IHR wolltet es ja so….
    Eine Frage noch: wäre es nicht schön, Ihr wärt eine grade Zahl? 🙂

  • Bionic Hobbit
    5. Oktober 2012 at 18:42

    Aber Rita… für Deinen Blog nehme ich mir halt die Zeit. Habe diese Woche 4 Nachtdienste, versuche ab und zu mal, ein bisschen zum Schlafen zu kommen, und dann noch Deinen Blog lesen, damit ich wieder weiss, was läuft….
    Nein, eine gerade Zahl muss es nicht sein. Für Familienfotos sieht das zu fünft grad gut aus.

  • Helen Minder
    18. Dezember 2012 at 10:08

    Also zwei sind sicher nicht schlecht. Bei der wachsenden Weltbevölkerung sind mehr als zwei wohl kaum noch zu verantworten.

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