Familienleben Spiel und Sport

Die Rolle der Mutter im Sport

Spätestens als der italienische Fussballspieler Mario Balottelli seine zwei gegen Deutschland erzielten Tore seiner Mutter widmete und diese vor einem Millionenpublikum gleich nach dem Schlusspfiff küsste und herzte, wissen wir: Hinter jedem herausragenden Sportler steht eine liebende Mutter!

Nicht ohne meine Mutter

Es gibt zahlreiche Beispiele, welche die Rolle der Mutter im Sport verdeutlichen. Interessanterweise sind viele davon negativ geprägt. So zum Beispiel Mutter Yakin, die ihre beiden längst erwachsenen Fussballersöhne Murat und Hakan immer noch auf Schritt und Tritt begleitet und gemäss Kritikern dadurch eine gesunde persönliche Entwicklung der Brüder verhindert haben soll.

Oder Melanie Molitor, die nicht nur Mutter von Martina Hingis ist, sondern auch gleich die Rolle ihrer Trainerin übernahm. Auch dieses Mutter-Tochter-Verhältnis wurde immer wieder kritisiert: zu ehrgeizig sei die Mutter, zu zielstrebig, zu kompromisslos, ja gar zu egoistisch hätte sie das Leben ihrer Tochter ruiniert, um das (ihr eigenes?) Projekt Tennisstar zu realisieren.

Und schaut man ins Ausland denkt man gleich an Judy Murray, die bei allen Tennisspielen ihres Sohnes Andy mit verbissener Miene auf der Tribüne sitzt. In diesem Fall scheint das Mutter-Sohn-Verhältnis auch tatsächlich etwas angeschlagen, denn Andy Murray soll unlängst öffentlich gestanden haben, dass ihm „regelrecht das Kotzen komme, wenn seine Mutter mit seinen Rivalen flirte“. Zeichen eines oedipalen Komplexes?

Chauffeuse, Köchin und Motivationstrainerin

Mütter tun jedenfalls alles dafür, das Leben ihrer Kinder zum Besten zu gestalten. Auch wenns um Sport geht: sie sind es, welche die Kinder ins Training und zu Sportanlässen fahren, vor Ort geduldig die Zeit totschlagen, bis sie wieder nach Hause kehren können, um gesunde Sportlermahlzeiten auf den Tisch zu zaubern, schmutzige Sportkleider zu waschen oder Blessuren zu pflegen. Sie unterstützen das Bestreben des Kindes und loben insbesondere dessen Fleiss und nicht das konkrete Ergebnis. Liebevoll spornen sie das Kind zur Bestleistung an und trösten es im Moment der Niederlage, im Wissen, dass auch diese Erfahrung ein wichtiger Teil des Lernprozesses ist.

Im Dienste der Gesellschaft

Das oftmals kritisierte unermüdliche sportliche Engagement von Müttern bildet die Basis des Jugendsports und dient dem Leistungssport als wichtige Stütze. Dies hat auch der US-Riese Procter & Gamble erkannt und startete an der Olympiade in London die weltweite Kampagne „Thank You, Mom“. Die ins Leben gerufene Bewegung dankt  Müttern überall auf der Welt für ihr Engagement in den Jugendsport. Die Kampagne hat sich zum Ziel gesetzt mehrere Millionen US-Dollar für den Jugendsport und zur Verbesserung des täglichen Lebens von Müttern rund um den Globus zu sammeln. Denn: Durch die Unterstützung von Sportlermüttern wird den Athleten ganz direkt geholfen!

Wie erlebt Ihr die Rolle von Müttern im Sport?

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5 Kommentare

  • Nicole
    18. September 2012 at 08:48

    Mal wieder: Warum wird nur von den Müttern geredet und nicht auch von den Vätern? Nando geht derzeit beim FC in ein Probetraining – welches von zwei aktive Papis von Kindergartenkollegen geleitet wird. Es gibt auch Beispiele, wo der Vater eines bekannten Sportlers eher im Vordergrund steht.
    Hey, Rita, du weisst doch wie ich auch, dass in Familien wie deiner und meiner und heute wohl in ganz vielen Familien sonst auch, die Kinder so Freizeitaktivitäten nur machen können wenn sowohl Mami als auch Papi das unterstützen und mithelfen. Und sollte eines unserer Kinder mal sehr erfolgreich sein, so werden bei uns wohl abwechselnd GG oder ich auf der Tribüne am TV zu sehen sein… 😉
    Meiner Meinung nach müssen besonders wir Frauen darauf achten, dass wir die Männer nicht ausschliessen aus den Familienaktivitäten, bzw. sie eben mit einbeziehen auch in den Dank dafür. Sonst sind wir mitschuldig, dass sie sich da raushalten und uns dieses Aufopfern überlassen.
    Wenn es eine Grossfirma nicht schafft, sich modern und korrekt zu zeigen, dann möchte ich das tun: „Thank you, Mom and Dad!“

  • Nicole
    18. September 2012 at 09:08

    Habe mir grad‘ noch den Film angeschaut und bin so hässig, dass ich jetzt gleich ein Mail an P&G schreibe… Hey, in diesem Film sind die Papis (mal wieder) total inexistent…. Grrrrrrrrrrrhhhhhh……

  • Martina
    18. September 2012 at 10:03

    Und wer dankt den Vätern? 😉

    Da kann man sich tausendfach den Mund wegen Gleichberechtigung fusslig reden, wenn die Einstellung trotzdem dieselbe bleibt kann ich so manchen überbelasteten Neuzeit-Dady verstehn.

    Zudem ermöglichen wir unseren drei Kids zwar den Sport nach Wahl, aber wir opfern uns dafür ganz sicher nicht auf… Trainingsdress können auch mal selbst gewaschen werden und ansonsten machts auch einfach Spass gemeinsam an solch einem Sportereignis teilzunehmen. Ob als Zuschauer oder Sportler!
    Gesunde Mahlzeiten gehören für mich eh zu den elterlichen Pflichten und haben nix mit dem Sport zu tun…

    Aber ohne Freiwilligenarbeit (egal von wem geleistet) gehts echt nicht! Das ist schon richtig!!! Und ich bin immer wieder froh, wenn solche ’selbstlosen‘ Leute unseren Kinder solche Erlebnisse bieten und hoffe auch meinen Teil durch diverse Aktivitäten beizutragen. Mein Mann aber genau so!!!

  • Nicole
    18. September 2012 at 12:28

    Danke, Martina, dass du es auch so siehst. Bin mal gespannt auf die Antwort der PR-Abteilung von P&G….

  • Suja Stemm
    24. September 2012 at 09:52

    Mein Mann und ich versuchen unsere sportlichen Aktivitäten mit den beiden kleinen gleich gerecht aufzuteilen. Am Wochenende wird mein Mann meist mit den beiden zum Training oder zu den Spielen fahren und unter der Woche bin ich das, weil ich als selbstständige etwas flexibler in der Zeit bin. Böse Zungen würden behaupten, dass es somit zu meiner beruflichen Tätigkeit gehört die Kinder zum Sport zu fahren und mein Mann das in seiner Freizeit macht, aber wir versuchen unsere Beziehung so genderneutral das irgendwie möglich ist zu führen. z.B. war es dieses Jahr meine Aufgabe die Sommerreifen aufzuziehen, die ich dann auch zum ersten mal bei pneuexperte bestellt habe, um sie in eines Samstages Arbeit aufzuziehen, während mein Mann den „Frühjahresputz“ übernommen hat. Meine Schwester hat uns ein bisschen belächelt wegen der akribischen Arbeitsteilung, aber wir hatten beide viel Spass an der umgekehrten Rollenverteilung und die Jungs werden so nicht mit der in Deinen Beispielen überall so omnipräsenten Mutterfigur überladen…
    lg Suya

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