Familienleben Kolumne

Der grosse Frühlingsservice

Füsse Pflege
Frühlingsgefühle und Fusspflege

Lang waren sie mir in den Ohren gehangen und kürzlich war es dann auch so weit: die Buben bekamen die Erlaubnis, ihre T-Shirts und Shorts anzuziehen und ihre Kniesocken gegen kurze zu tauschen. Was für ein Frohlocken, was für ein Jubilieren! Und was für ein innerliches verständnisloses Kopfschütteln dieses Affentheater in mir auslöste. Natürlich ist es schön, dass sich Kinder ob den simpelsten Dingen im Leben derart ausschweifend erfreuen können, doch nicht wegen so was?

Doch, genau wegen so was! Denn als ich an jenem Morgen den Grossen an der Tür verabschiedete und mein prüfender Blick auf der Suche nach offenen Hosenläden, fehlenden Chindsgibändeli oder Zahnpastaspuren an seinen wegen der kühlen Morgenluft aufgestellten Härchen an den Waden hängen blieb, da war ich einen Augenblick lang das Kindergartenmeitli, das zum ersten Mal nach dem langen Winter die Strumpfhosen ablegen und das Röckli mit blutten Beinen anziehen durfte! Was für ein Gefühl das war, die frische Luft direkt auf der Haut zu spüren: morgens immer an der Grenze zur Hühnerhaut und mittags diese wohlige frühsommerliche Wärme, die Körper und Seele belebte. So intensiv können nur Kinderbeine die Jahreszeiten erleben!

Angesteckt von diesen Frühlingsgefühlen wollte auch ich an jenem Morgen Beine und Füsse zeigen. Doch leider hatte ich während dieses kurzen Flashbacks in meine eigene Kindheit vergessen, dass eine Mutter nach dem Winter nicht jederzeit und einfach so darauf vorbereitet ist: da muss zuerst hier rasiert, dort lackiert und da gecrèmt werden. Und bis eine Mutter dazu kommt, ist das erste Zwischenhoch in aller Regel wieder vorbei.

mittwochs immer im Tagblatt der Stadt Zürich

Mögt Ihr Euch an dieses Gefühl von blutten Beinen im Frühling erinnern? Und wie steht es mit Eurer Bein- und Fusspflege: allzeit bereit?

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16 Kommentare

  • Bionic Hobbit
    16. Mai 2012 at 06:39

    Ja, aktuell 3.5 Grad Celsius bei uns. Handschuhe und Kappe wieder aus dem Keller geholt!

  • SomeintPhia
    16. Mai 2012 at 06:50

    … gestern früh 0 Grad Celsius in Bern, wo ist denn der Frühling nur hin? Ah, er zeigte sich am Freitag kurz bei 30 Grad … nicht nur zu Frühlings- & Sommerzeiten sollten die Füsse allzeit bereit sein .. 😉

  • Erika
    16. Mai 2012 at 07:21

    hahaha, Rita, schreibst du von mir…?! Oh, ein schöner Tag in Aussicht – reicht das noch für alles? Nein – also lange Hosen her und auf den Sommer hoffen 😉 Seufz

  • Sandra
    16. Mai 2012 at 08:32

    Herrlich und absolut treffend geschrieben, Rita!!! Bei uns/mir läuft es ganz genauso!!! Hab mich darin wiedererkannt – Danke für das kurze, intensive Flashback mit dem „ersten Mal wieder Röckli anziehen“ – fantastisch!

  • Nicole
    16. Mai 2012 at 11:59

    Hey, Rita, du warst doch gerade im Tessin? Hast du da nur die Nägelis schön gemacht und den Rest so gelassen? 😉 Ich musste kürzlich für eine kleine OP ins Spital, und daher war ich letzten Freitag dann „Röckli-reif“…. 😉 War herrlich, der Sommertag!
    Meine Schwester und ich haben immer zu Ostern ein Frühlingskleid und Kniesocken bekommen. Wenn ich denke, wie oft wir dann diese Sachen gleich das erste Mal getragen haben, dann denke ich eher, dass wir eine Klimeabkühlung statt eine Klimaerwärmung erleben!
    Nando hat also auch Freudensprünge gemacht, als er am Freitag das erste Mal in kurzen Hosen hat in den Kindergarten gehen dürfen.

  • Rita Angelone
    16. Mai 2012 at 12:31

    @SomeintPhia: ja, sollten…. sind deine denn auch parat?

  • Rita Angelone
    16. Mai 2012 at 12:32

    @Erika: Danke, bin froh, dass ich nicht die Einzige bin!

  • Rita Angelone
    16. Mai 2012 at 12:32

    @Sandra: jö – immer, wenn ich mich zurück erinnere, werde ich grad etwas sentimental…

  • Rita Angelone
    16. Mai 2012 at 12:37

    @Nicole: die Häärchen wachsen schnell… leider… und die Nägeli waren vom Wandern und Planschen doch schon etwas weniger schön…
    Ich kann es mir grad vorstellen, wie schön es sich angefühlt hat letzten Freitag, so „röcklireif“… ! Herrlich! Und wir zwei Schwestern hatten ein ähnliches Ritual zum Frühlingsbeginn. Und wir zogen die Sachen nicht mehr aus – wochenlang (zumindest kam es uns wohl so vor). Ja, damals wars eben noch schön im Frühling. Von wegen Klimaerwärmung.
    So – also ist auch Euer Bub so richtig ausgeflippt. Das ist es ja, die Kinder erleben alles so intensiv!

  • Nicole
    16. Mai 2012 at 12:47

    @Rita: Meine Tipps: Epilieren statt Rasieren und ein guter Nagellack (der halt leider auch etwas teurer ist)! Dann hat man einfach ein längeres Ergebnis der Bemühungen, und das lohnt sich bei uns vielbeschäftigten Mamis! 😉

  • SomeintPhia
    16. Mai 2012 at 13:40

    … ja, die werden einem regelmässigen Service unterzogen, denn die Warm- / Kaltperioden wechseln sich zu schnell .. 😉

  • Erika
    17. Mai 2012 at 09:53

    Mittlerweilen lassen sich meine Füsse sehen, hab mir den Artikel zu Herzen genommen 😉

  • Rita Angelone
    17. Mai 2012 at 10:02

    @Erika: jööööö – ich habe heute einen anderen Bereich dran genommen…! Freuen wir uns also auf den Sommer!

  • Katharina
    17. Mai 2012 at 10:14

    Mit Röcklitragen warte ich noch, bis meine Beine wieder so schlank und rank und laaaaaang sind (bis auf den Boden runter!), wie als ich 20 war 🙂 Und dann mache ich auch den Pelz weg, den Frau scheints heute wieder hemmungslos trägt *giggel*
    Aber an das Gefühl, wenn ich an meinem Geburtstag (das war so das Leuchtturmdatum, an das ich mich erinnere) erstmals ein kurzärmeliges Pullöverli anziehen durfte, kann ich mich gut erinnern. Im April war das noch ein gelismetes Pullöverli mit kurzen Ärmeln, kein T-Shirt.

  • Nicole
    17. Mai 2012 at 11:56

    @Kat: Ah, deine Beine wachsen noch? 😉

  • Katharina
    17. Mai 2012 at 19:48

    @Nicole: irgendwie schon, nur nicht in die richtige Richtung 😛

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