Familienleben Kolumne

Der Gescheitere gibt nach

„Mamma, de gseht fascht echli us wie en Samichlaus mitere Fitze…“ – Bild: Angels Book

Oft wähnen sich Eltern und Kinder auf freier Wildbahn, wo das Gesetz des Stärkeren gilt. Klassische Kampfgebiete sind Spielplätze, wo häufig anständige Kinder von rotznäsigen Flegeln daran gehindert werden, die Rutschbahn oder die Schaukel zu besteigen. Das Ansinnen der Eltern, der eigenen, schwächeren Nachkommenschaft zu ihrem Recht zu verhelfen, endet meist in unerbittlichem Streit mit den Eltern der dominierenden Brut.

So geschehen auf einem italienischen Spielplatz, wo am Schluss nicht nur beide  Familienoberhäupter, sondern auch gleich beider Sippschaften auf übelste Weise aufeinander losgingen.

Solches Verhalten ist nicht nur südländisch, wie eine Geschichte beweist, die sich hierzulande zugetragen hat: „Fünf Streithähne raufen sich wegen Ente und Kind“ titelt 20min. Weil ein dreijähriges Kind Kieselsteine nach Enten geworfen hat, sind sich fünf Erwachsene in die Haare geraten!

Dieser Tage habe ich neue Kampfzonen entdeckt, Gebiete, die ich als Orte der Ruhe und Besinnung erachtet hatte. Aber Ungeduld, Konkurrenzdenken und Missgunst machen auch vor dem lieblichen Samichlaushüsli oder dem gefälligen Märlizügli nicht Halt. Selbst vor den Augen des Schmutzlis oder des Zügliführers scheuen die einen Eltern nicht zurück, ihre Kinder schroff vorwärts zu boxieren oder stiften sie giftig an, andere unfairerweise abzudrängen, damit sie rascher ins Häuschen oder aufs Zügli gelangen. Da sich anständige Kinder gegen solche Machenschaften nicht wehren, übernehmen ihre Eltern diese Aufgabe, was in höchst unschöne Diskussionen mündet, wer jetzt das grössere Recht habe, zuerst an die Reihe zu kommen.

So verkommen auch vorweihnachtliche Aktivitäten zu Machtkämpfen, die über die Köpfe der Kinder hinweg ausgetragen werden. Zurück bleibt eine von Gehässigkeit überschattete Erinnerung an etwas, das für Kinder ein positives Erlebnis hätte sein sollen. Immerhin haben sie dabei eins gelernt: Früh übt sich, wer ein Meister im Ellbögeln werden will.

mittwochs immer im Tagblatt der Stadt Zürich

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6 Kommentare

  • LsDani
    8. Dezember 2010 at 07:54

    Super Schaufel! Und am Wochenende gibts bereits wieder Schnee, da mach ich doch grad mit…

  • Jeannette
    8. Dezember 2010 at 09:44

    Mit dieser Schaufel wüsste ich noch ganz andere Dinge zu tun!

  • Martha
    8. Dezember 2010 at 13:24

    Da hat jedes Kind Freude!

  • Seraina
    8. Dezember 2010 at 13:24

    Super Schaufe, da mach ich mit!

  • Nino
    8. Dezember 2010 at 14:57

    Da würde sich mein Sohn sehr darüber freuen!

  • Christina
    8. Dezember 2010 at 19:10

    Ich mach mit!

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