Familienleben

Das Wundermittel Iod soll auch in Japan helfen

„Was genau ist schon wieder Iod?“

Dass Iod irgendwie lebensnotwendig ist, weiss ich, und dass es irgendwie bei Kernkraftwerkunfällen helfen kann, ist mir ganz knapp aus der Schulzeit in Erinnerung geblieben.

Aber was genau ist Iod? Wo und wie wird es eingesetzt?

  • Iod ist ein unentbehrlicher Bestandteil des Organismus und wird mit der Nahrung aufgenommen. Iodmangel im Trinkwasser und der Nahrung ist in der Regel für das Auftreten des Kropfs verantwortlich. Als Vorbeugung wird der wöchentlich ein- bis mehrmalige Verzehr von Seefisch sowie sogenanntem Iodsalz empfohlen.
  • Kaliumiodat wird in geringen Mengen dem Speisesalz zugesetzt, um Iodmangelerkrankungen vorzubeugen.
  • Iod ist in der Iodtinktur vorhanden, die zur Behandlung von Pilzinfektionen und als Desinfektionsmittel eingesetzt wird.
  • Iod wird in einzelnen Fällen auch zur Entkeimung von Wasser in Badeanstalten genutzt. Iod ist weniger aggressiv als Chlor, vermag aber nicht Algen abzutöten, so dass zusätzlich ein Algizid zugesetzt werden muss.
  • radioaktive Iod-Isotope werden als Radiopharmaka in der Diagnostik und Therapie vorwiegend von Schilddrüsenerkrankungen eingesetzt.

Weshalb werden in Japan Iodtabletten eingesetzt? Wie wirken Sie?

Für den Fall eines Atomunfalles mit der Freisetzung radioaktiver Iodisotope kommen Kaliumiodid-Tabletten – umgangsprachlich als Jodtabletten bekannt –  zum Einsatz. Diese sollen – sofern rechtzeitig eingenommen – im Kontaminierungsfall durch eine Iodblockade die Aufnahme der radioaktiven Iodisotope in der Schilddrüse verhindern .

Wie werden Iodtabletten angewendet? Was ist ihre Wirkung?

Bei einer Gefährdung der Bevölkerung ordnen die Behörden über Radio sowohl die Bereitstellung als auch die Einnahme der Kaliumiodidtabletten an. Je nach Strahlensituation fordern die zuständigen Behörden über Radio zu weiteren Einnahmen auf.

Der Schutz der Schilddrüse mit Kaliumiodid gilt als sichere und ungefährliche Massnahme. Bei einer kurzzeitigen Einnahme innerhalb weniger Tage sind kaum Nebenwirkungen zu erwarten.

Kaliumiodidtabletten bieten keinen Schutz gegen radioaktive Strahlung, die von aussen auf den Körper wirkt. Bei einer Gefährdung durch Radioaktivität muss deshalb auf Anweisung der Behörden das Hausinnere bzw. ein Keller oder Schutzraum aufgesucht werden.

Wie muss ich mich richtig verhalten? Welchen Schutzraum muss ich aufsuchen?

Alle Informationen zum richtigen Verhalten in einem Notfall finden Sie unter Jodtabletten.ch und NAZ-Schutzmassnahmen.

Und wenn Sie sich jetzt fragen, wo Sie überhaupt hingehen müssten, wenn Sie einen Schutzraum aufsuchen sollten, stehen Sie nicht alleine da. Denn aus Spargründen hat man die Informationspflicht der Bürger durch die Gemeinden fallen lassen. Lesen Sie dazu: Irrweg zum Schutzraum

Alles klar? Wissen Sie, was zu tun wäre? Wohin Sie gehen müssten?

Anwendung und Wirkung

Bei einem schweren Kernkraftwerkunfall kann radioaktives Iod in die Umgebung austreten. Dieses wird vom Menschen durch die Atemluft aufgenommen und reichert sich in der Schilddrüse an. Kaliumiodidtabletten verhindern die Aufnahme von radioaktivem Iod in die Schilddrüse, sofern sie rechtzeitig eingenommen werden.

Bei einer Gefährdung der Bevölkerung ordnen die Behörden über Radio sowohl die Bereitstellung als auch die Einnahme der Kaliumiodidtabletten an. Die Tabletten sind nach der Aufforderung der Behörden möglichst rasch und gemäss Packungsbeilage in den angegebenen Dosierungen einzunehmen. Die Einnahme erfolgt zunächst einmalig. Je nach Strahlensituation fordern die zuständigen Behörden über Radio zur weiteren Einnahme auf. Halten Sie sich daher genau an die Anweisungen der Behörden. Die Tabletten liegen in kindersicheren Verpackungen vor. Eine ausführliche Beschreibung, wie die Tabletten im Notfall herauszulösen sind, befindet sich in der Medikamenteninformation der Packung.

Der Schutz der Schilddrüse mit Kaliumiodid gilt als sichere und ungefährliche Massnahme. Bei einer kurzzeitigen Einnahme innerhalb weniger Tage sind kaum Nebenwirkungen zu erwarten. Sollten diese trotzdem auftreten, sind sie nur vorübergehend. Nebenwirkungen können weitgehend vermieden werden, indem die Kaliumiodidtabletten mit reichlich Flüssigkeit und nicht auf nüchternen Magen eingenommen werden. Genaue Angaben zur Einnahe und Dosierung entnehmen Sie bitte der Packungsbeilage Kaliumiodid 65 mg Armeeapotheke.

Aufbewahrungsvorschriften: Die Tabletten müssen in der verschlossenen Originalpackung bei Raumtemperatur (15-25°C) aufbewahrt werden und vor Licht und Feuchtigkeit geschützt sein. Bitte lagern Sie die Tabletten an einem Ort, an dem Sie schnell griffbereit und ausserhalb der Reichweite von Kindern sind.

Kaliumiodid 65 mg Armeeapotheke ist ein Medikament. Lesen Sie vor der Einnahme die Packungsbeilage. Sie gibt Auskunft über die richtige Anwendung. Weitere Auskünfte erteilt Ihnen Ihr Arzt oder Apotheker.

Kaliumiodidtabletten bieten keinen Schutz gegen radioaktive Strahlung, die von aussen auf den Körper wirkt. Bei einer Gefährdung durch Radioaktivität muss deshalb auf Anweisung der Behörden das Hausinnere bzw. ein Keller oder Schutzraum aufgesucht werden.

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2 Kommentare

  • Otte Homan
    14. März 2011 at 09:16

    Tragisch was im Moment in Japan alles abgeht (manchmal buchstäblich). Und dass man sich in der Schweiz nun mal wieder an der Sicherheitsfrage rundum AKWs kümmert, kann auch nicht schaden.
    Was man hier allerdings nicht vergessen sollte ist dass möglicherweise die Staudämme hier im Lande nach anderen Standarts gebaut wurden als die AKWs wenn’s um Sicherheit und Restrisiko geht.
    Nicht zu denken was geschieht wenn sich Sihl-, Grimsel- oder Dix-Stausee unkontrolliert entleeren. Da hilft dann auch kein Kühlen mit Meerwasser mehr …

  • Rita Angelone
    14. März 2011 at 09:40

    Ja, richtig. Deshalb sollte man sich auch einmal ganz kurz Gedanken machen, was man im Fall von Hochwasser tun würde. Es ist nicht schlecht, sich wieder einmal vor Augen zu führen, dass wir uns alle in einer falschen Sicherheit wiegen. Im Ernstfall haben wir – anders als die Japaner – keine Ahnung, was wir überhaupt tun sollen. Krisenmanagement ist aus meiner Sicht nicht nur eine Frage, die der Staat oder die Unternehmungen zu lösen haben, sondern jeder einzelne für sich auch. Ohne in Panik geraten zu sein, habe ich mir gewisse Checklisten ausgedruckt und werde ein paar Sachen zu Hause besser organisieren. Nützt es nichts, so schadet es auch nichts. Einen Teil der Verantwortung im Krisenfall muss aber jeder auch noch selber auf sich nehmen. Drum meine beien Posts von gestern und heute, im Sinne einer Bewusstseinsmachung.

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