Familienleben

Das Who is Who der Weihnacht

Schritt für Schritt zum erfolgreichen Samichlaus-Besuch
Der Samichlaus

Weihnachten – wer, wo was?

Weihnachten ist das Fest der Liebe und des Friedens, aber vor allem das Fest der Geschenke. Und genau dazu haben Kinder viele Fragen. Sie wollen nicht nur wissen, ob sie überhaupt ein Geschenk erhalten, sondern, wenn ja, wieviele und – ganz wichtig – WER ihnen diese bringen wird? Der Samichlaus? Das Christkind? Die Heiligen Drei Könige? Oder La Befana? Ein (noch verwirrender?) Erklärungsversuch.

Der Nikolaus, 6. Dezember

Nikolaus war Bischoff von Myra und wurde als Wohltäter bekannt. Er hat sein Vermögen an die Armen verteilt und soll viele gute Taten und Wunder vollbracht haben. In der katholischen Kirche ist er ein Heiliger und der Schutzpatron der Seefahrer, Händler, Ministranten und Kinder. Früher wurden die Geschenke des Nikolaus in Papierschiffchen gelegt, später wurden diese Schiffchen durch Stiefel und Gabenteller ersetzt. Der Nikolaus ist an der Mitra (Bischoffsmütze), seinem langen Mantel und einem Hirtenstab zu erkennen. Der Brauch zum Nikolaustag ist auf der ganzen Welt unterdessen aber sehr verschieden:

In der Schweiz bringt er als Samichlaus nur noch „Nuss und Bire“, während er in den USA und in Australien zum Santa Claus und in Italien zum Babbo Natale mutiert ist, dem Christkind unterdessen den Rang abgelaufen hat und die Kinder am 25. Dezember mehr als reich beschenkt (siehe auch weiter unten „Der Weihnachtsmann“). Um die Verwirrung noch grösser zu machen, feiern beispielsweise die Holländer den Samichlaus aber bereits am Abend des 5. Dezembers. Und in Spanien ist der 6. Dezember zwar auch ein Feiertag, der allerdings nichts mit St. Nikolaus zu tun, denn an diesem Tag wird die spanische Verfassung gefeiert. St. Nikolaus ist in Spanien zur Weihnachtszeit überhaupt nicht präsent, dieser reist im November per Schiff aus Spanien ausgerechnet in Richtung Niederlande ab…?!

St. Lucia-Brötchen

Maria Empfängnis (8. Dezember) und Santa Lucia (13. Dezember)

Erste weihnachtliche Gefühle kommen in Spanien und in Italien am 8. Dezember auf, dem Tag der unbefleckten Empfängnis. Am 13. Dezember folgt der Tag der Heiligen Lucia. In den christlichen Kirchen ist dieser Tag oft verbunden mit Lichtriten. In Schweden ist das Luciafest ein fester Bestandteil des vorweihnachtlichen Brauchtums. Die Feierlichkeiten beginnen meist am Morgen in der Familie und setzen sich in Kindergärten, Schulen und am Arbeitsplatz mit Essen und Beschenken fort.

Das Christkind, 24. Dezember

Auch wenn jeder glaubt, beim Christkind handle es sich um das Jesuskind in der Krippe, ist dies falsch! Auf Bildern wird das Christkind nämlich meist als mädchenhafter Engel dargestellt. Das Christkind steht symbolisch für die Kinder, die dem Jesuskind Geschenke an die Krippe brachten. Das Christkind wurde von Martin Luther eingeführt, weil die Heiligenverehrung der Katholiken im protestantischen Glauben abgelehnt wurde. Daraus ergab sich das Problem, dass das Schenken am Nikolaustag (zurückzuführen auf den heiligen Nikolaus) nicht mehr akzeptabel war. Statt dessen sollte das „neu erfundene“ Christkind statt am 6. Dezember in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember die Geschenke bringen. Dieser Brauch setzte sich dann im 20. Jahrhundert auch bei den Katholiken durch. Allerdings auch nicht überall….

Der Weihnachtsmann, 25. Dezember

Der Ursprung des Weihnachtsmannes liegt im nordöstlichen Europa. Seine Gestalt sollte mit der Rute (Symbol für Fruchtbarkeit) und Nüssen (gehaltvolle, haltbare Nahrung) die Menschen auf den Winter vorbereiten. Dieser bärtige Mann mit braunem (!) Winterpelz fuhr auf einem Rentierschlitten und wohnte in Lappland. Im „Struwelpeter“ wird der Nikolaus dann in rot-weisser Robe dargestellt, hieraus entstand vermutlich das Bild des rot-weiss gekleideten Weihnachtsmannes. Erst 1931 zeichnete ein norwegischer Cartoonist für eine Coca-Cola Kampagne den uns bekannten Weihnachtsmann mit dem Gesicht eines pensionierten Konzern-Mitarbeiters. Sicher trug auch diese Kampagne zu seiner Popularität bei.

Die heiligen Drei Könige und die Befana, 6. Januar

Dreikönigskuchen

In Spanien ist der Tag der Bescherung erst am 6. Januar! Eine Ausnahme ist aber das Baskenland und Navarra: hier bringt der Olentzero, ein alter Köhler den Kindern doch bereits am 24. Dezember Geschenke und wird dafür von ihnen mit einem Lied begrüsst. Statt den Holländern machen die Italiener diesmal die Verwirrung vollständig, welche die drei Könige mit der Befana ersetzt haben und das Fest auch schon am Abend des 5. Januars feiern. Die Befana – auf der Suche nach dem Jesuskind – beschenkt und bestraft sie die Kinder (übrigens wie der baskische Olentzero auch mit Kohle) ähnlich wie der Samichlaus.

Egal ob nun das Christkind, der Weihnachtsmann oder der Nikolaus – für einen muss man sich entscheiden. Man kann sich zwar bestimmten Darstellungen in den Medien nicht entziehen, doch jede Familie soll seine eigenen Traditionen leben dürfen. Gerade die Verschiedenartigkeit der Geschichten, lassen das Weihnachtsfest für Kinder noch geheimnisvoller und spannender erscheinen. Es macht auch nichts, wenn in Kinderkrippen und Kindergärten verschiedene Darstellungen nebeneinander existieren. Wenn die Kinder vergleichen, werden Sie sich einen eigenen Reim darauf machen.

Lesen Sie dazu auch Die Rückkehr der Könige oder:  Wie Kinder zu vier Mal Weihnachten kommen!

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1 Kommentar

  • max
    9. November 2010 at 15:37

    Jetzt ist max natürlich neugierig wer bei den Angelones die Geschenke bringt. In einer Italo-Schweizer Familie haben die Buben sicher nichts dagegen, wenn es zweimal Geschenke gibt.

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