Familienleben Kolumne

Das kontroverse Thema: Im Minimum en Gummi drum?

Als diskutierten wir nicht schon genug rund um das Tragen von Kopftüchern, Burkas und Burkinis – nein, jetzt müssen wir auch über Badekappen debattieren (siehe Artikel im Blick). Und zwar nicht etwa, ob Schüler während des Schwimmunterrichts überhaupt eine Badekappe tragen müssen, nein, wir streiten uns tatsächlich darüber, aus welchem Material diese beschaffen sein soll.

Entschuldigt mich, aber ich kann das nicht nachvollziehen. Vielleicht bin ich auch zu dumm und habe bis heute immer geglaubt, man ziehe sich für den Schwimmunterricht eine Badekappe über, um die Menge an ekligen Haaren im Becken tief zu halten. Dies einerseits aus hygienischen Gründen, aber andererseits auch, um die Filteranlagen zu schonen. Zum ersten Mal höre ich nun, dass eine Badekappe angezogen werden soll, um nach dem Schwimmen weniger Zeit mit Haarföhnen zu verschwenden, und deshalb dürfe sie nicht aus Stoff, sondern müsse aus Gummi sein.

Statt über Stoff, über Gummi oder überhaupt über Badekappen sollten wir darüber diskutieren, wie es denn so weit kommen konnte, dass Schüler derart unter Zeitdruck stehen, dass sie nach dem Schwimmen nicht einmal mehr richtig duschen (Hygiene und Gesundheit lassen grüssen) und sich die Haare föhnen können (oder sollen sie mit der Badekappe duschen?). Dieses Gehetze, dem die Schüler heutzutage ausgesetzt sind, dieser proppenvolle Stundenplan mit Schwimmstunden frühmorgens noch vor dem ordentlichen Schulbeginn, können wohl nicht mit einer Gummikappe entschärft werden. Dieser ganze organisatorische und logistische Stress, der schon die Kleinsten in der Schule einholt, darüber sollten wir diskutieren.

immer mittwochs im Tagblatt der Stadt Zürich

Wie denkt ihr darüber? Wie wird es an eurer Schule gehandhabt?

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4 Kommentare

  • Hans Brätscher
    7. September 2016 at 10:24

    Liebe Rita, wieder ein sehr spannendes Thema. Mich tangiert das zwar nicht mehr, aber ich finde, dass das schon ein kontroverses Thema ist. Ich finde auch, dass die Kinder heutzutage viel zu viel um die Ohren haben. Wenn ich das mit früher vergleiche. Vielen Dank für den steten Aufheller am Mittwochmorgen! Alles Gute!

  • sandra
    7. September 2016 at 14:23

    liebe rita
    das hat schon was und von dieser seite her hab ich es mir gar nicht überlegt. ich fand es eigentlich gut für jungs mit etwas längeren haaren die dann nicht vollständig getrocknet werden. und von da her spielt die zeit auch wieder eine rolle. bei uns ist es effektiv so, 1. klasse, 1. stunde um 08.00 schwimmen. bin heilfroh muss ich nicht selbst ins becken. ja die zeiten haben sich verändert!
    und daher auch in hektischen zeiten kleine zeitinseln freihalten.
    s.

  • Rita Angelone
    7. September 2016 at 15:10

    Lieber Hans, ja, ich glaube, da müssen wir ein Augenmerk drauf legen, dass die Kinder nicht viel zu früh schon in unseren Stress-Sog hineingezogen werden. Eine schöne Woche und auf ein nächstes, kontroverses Thema!

  • Rita Angelone
    7. September 2016 at 15:13

    Liebe Sandra! es ist nicht so, dass ich es nicht gut fände – es ist okay, eine Badekappe fürs Schwimmen anzuziehen. Weder ich noch meine Jungs und auch sonst wer wehrt sich glaubs dagegen. Es ist einfach sehr spitzfindig, diese Sache mit dem Stoff und dem Gummi und sich daran aufzuhängen, wo wir doch so viele andere Baustellen haben, das finde ich schade. Aber den Hebel beim Stress anzusetzen, ist halt alles andere als einfach – also sucht man sich ein Stellvertreter-Problem. Da können wir uns alle gegeneinander aufreiben… aber am Schluss bleibt es so: Die Kinder hetzen – ob mit nassen oder trockenen Haaren -im Zeugs umher… 🙁 Liebe Grüsse und danke dir für deinen Kommentar!

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