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Das Klassenzimmer der Zukunft: Schüler werden Medienprofis

Podiumsdiskussion mit Experten: Wie steht es um die Medienkompetenz unserer Kinder?

„Hey, chills Mami – wir kommen schon draus!“

Kommunikationsangebote wie Facebook, Instagram, Snapchat, YouTube oder WhatsApp prägen den Alltag von Kindern und Jugendlichen. Das Teilen von Bildern und das Streamen von Videos und Musik ist auch bei den Heranwachsenden in der Schweiz an der Tagesordnung, verbringen sie doch durchschnittlich zwei Stunden pro Tag im Internet – an Wochenenden sogar drei. 98% der 12- bis 19-Jährigen besitzen ein eigenes Mobiltelefon. Doch: Wissen unsere Kinder, wie sie sich in einem Chat sicher verhalten, welche Daten sie nicht preisgeben sollten oder ob sie in ihrem Alter bereits etwas im Internet verkaufen dürfen?

Im Rahmen einer interessanten Podiumsdiskussion haben Nationalrat Matthias Aebischer, Prof. Dominik Petko von der Pädagogischen Hochschule Schwyz und Laurent Sédano von der Pro Juventute unter der Leitung von Moderatorin Regula Späni über diese Fragen diskutiert. Gleichzeitig wurde den anwesenden Medienvertretern der neue Pro Juventute Medienprofis-Test präsentiert.

Gilt auch für Erwachsene: Lebenslanges Lernen in Sachen Medienkompetenz

Bildungspolitik: Digitalisierung wird zum Top-Thema

Der Umgang mit Neuen Medien ist eine bedeutende Herausforderung für die Gesellschaft. Bisher waren die Vermittlung eines kompetenten Umgangs mit dem Internet und den Neuen Medien sowie die Sensibilisierung für die Risiken, die bei zu leichtfertigem Umgang lauern, nur selten Teil des Schulstoffs. Ein intelligenter und vernünftiger Umgang mit Internet, Handy und sozialen Medien ist aber sehr wichtig.

Spielerisch Lernen: So sieht das Klassenzimmer der Zukunft aus

Das Klassenzimmer der Zukunft: Wandtafel und Frontalunterricht versus PC und Gamebased Learning

Die Förderung der Medienkompetenz wird deshalb neu fester Bestandteil des Lehrplan 21, der ab kommendem Schuljahr schrittweise in 21 deutsch- und mehrsprachigen Kantonen der Schweiz eingeführt wird. Doch im Gegensatz zu etablierten Fächern wie zum Beispiel Mathematik, ist es für Lehrpersonen schwierig die Vorkenntnisse der Schülerinnen und Schüler einzuschätzen und den Einstieg ins Thema Medienkompetenz zu finden.

Medienprofis testen das neue Tool

Neue Lehr- und Lernkultur: Rollenwechsel für Lehrpersonen

Diese Lücke schliesst der neue webbasierte Medientest, den die Pädagogische Hochschule Schwyz im Auftrag von Pro Juventute entwickelt hat. Der Test ist sehr spielerisch aufgebaut. Wie in einem Quiz müssen Schülerinnen und Schüler Aussagen auf ihre Richtigkeit hin einschätzen, Begriffe korrekt erklären und Zusammenhänge erkennen. Da es zu jeder Frage ein unmittelbares Feedback gibt, können die Schülerinnen und Schüler bereits während des Tests einiges dazulernen. Die Lehrperson ihrerseits erhält in der Schlussauswertung einen Überblick über die Fähigkeiten ihrer Klassen und bekommt darauf basierend Empfehlungen für passende Unterrichtsmaterialien. Die Testentwicklung beruht auf wissenschaftlichen Verfahren und der Test soll auch im laufenden Betrieb ständig verbessert werden.

Der sogenannte Medienprofis-Test ist der erste seiner Art. Ab sofort können Lehrpersonen den Medienkompetenztest für die 3. bis 8. Klasse kostenlos nutzen. Die Entwicklung des Tests wurde durch die finanzielle Unterstützung von Google.org im Rahmen einer mehrjährigen Partnerschaft mit Pro Juventute ermöglicht. Der Medientest steht Schulen seit anfangs November 2016 in Deutsch und ab Frühjahr 2017 in Französisch und Italienisch zur Verfügung.

Könnte besser sein: Meine persönliche Medienkompetenz ist verbesserungsfähig…

Medienprofis-Battle: Wer ist kompetenter – Jugendliche oder Medienprofis?

Auch wir anwesenden „Medienprofis“ konnten unser Wissen selber testen und sind in einem „Medienprofis-Battle“ gegen live zugeschaltete SchülerInnen einer Sekundarklasse angetreten! Spielerisch wurden wir durch den Test geleitet und mussten Aussagen auf ihren Wahrheitsgehalt hin einschätzen und diese richtig zuordnen. Da jede Frage unmittelbar im Test beantwortet wird, erhielten wir laufend Feedback und lernten bereits während des Tests dazu. Zum Schluss von jedem Modul erhielten wir unser individuelles Testergebnis und ein persönliches Diplom!

Am Ende konnte unser gesamter Stand des Wissens zusammengefasst und ausgewertet werden. Als Medienprofi-Gruppe erreichten wir ein sehr gutes Gesamtresultat von 90 Punkte (von 100) und „schlugen“ damit die Sekundarklasse, die eine Gesamtpunktezahl von sehr guten 80 erzielte. Mit meinen persönlichen 85 Punkten war ich zwar noch etwas besser als die Jugendlichen, aber bereits schon nicht mehr so gut wie andere (jüngere) Vertreter unserer Mediengruppe… Das heisst: Auch ich muss ganz schön dran bleiben in Sachen Medienkompetenz, wenn ich nicht abgehängt werden will!

Wie sieht es mit der Medienkompetenz eurer Kinder aus? Was können sie schon, was verstehen sie hingegen noch nicht? Wie sieht es bei euch selber aus – habt ihr die neuen Medien wirklich alle im Griff?  Wenn ihr herausfinden wollt, wie gut euer Medienwissen oder das eurer Kinder ist, könnt ihr es hier überprüfen: medienprofis-test.projuventute.ch

Weiterführende Links:

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1 Kommentar

  • Gaby
    10. November 2016 at 10:09

    Liebe Rita
    Vielen Dank für den interessanten Bericht! Den Link werde ich gleich meiner Schwester, welche ja an der Sekundarschule unterrichtet, weiterleiten!
    Und ich selber wills auch testen, da ich (meiner Meinung nach) sehr „neuemedienaffin“ bin. Der Meinung meiner Mädels nach wohl aber trotzdem „vohinderemmond“, da die beiden ja schlussendlich 24stundenneuemedien leben würden, wenn wir sie nicht einschrenken täten……. wuah!!!! Von Inst über Twitter und Snapchat………. alles!!!!
    Zum Glück hab ich ihnen punkto FB (ok, ist ja def. nix mehr für die Jungen) und Blog noch etwas vor!
    Jetzt aber ab zum Test!
    LG, Gaby

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