Familienleben Kolumne

Das Geschäft mit dem Geschäft – probiotische Drinks und Tampons

Ich tus ungern, liebe Leserinnen und Leser, will ich aber immer ehrlich zu Ihnen sein, muss ich das Thema aufs Tapet bringen: Zurzeit dreht sich bei uns alles um das „Geschäft“ des Kleinen, das er partout in die Windeln verrichten will. Nicht, dass er „es“ nicht spürte, denn immer, wenn „es“ so weit ist, verzerren sich nicht nur seine Gesichtszüge, sondern versteckt er sich wohlweislich, um meinen bohrenden Fragen zu entgehen, weshalb er es wieder nicht rechtzeitig melden konnte.

Klar weiss ich, dass es Kinder gibt, die ihr Geschäft zwar kommen spüren, aber Angst vor der eigentlichen Verrichtung haben und es deshalb vorziehen, es einfach tot zu schweigen. So verbringe ich die Tage mit Abpassen des richtigen Zeitpunkts zwischen erster Gesichtzugsveränderung und bereits eingeleitetem Verrichtungsprozess. Ein einziges Mal in all diesen Wochen ist es mir gelungen, den Vorgang sekundengenau direkt in die Toilette zu kanalisieren.

Bestimmt verstehen Sie, dass ich abends nichts mehr von solcherlei Geschäften hören, geschweige denn sehen will. Doch leider hat es die Werbung auf mich abgesehen. Kein Abend vergeht, ohne dass ich am TV mit probiotischen Drinks und Joghurts konfrontiert werde, welche die Darmflora stärken und die Verdauung fördern sollen. Dabei muss ich mir nicht nur unschöne geblähte Bäuche ansehen, sondern auch durch unappetitliche Symbolbilder aufzeigen lassen, wie dank diesen Produkten alles Üble wunderbar „hinten raus“ kommt.

Ist es mir zu verübeln, dass Verdauungsvorgänge und deren Resultate für mich im Moment ein Reizthema sind? Wenn Sie nun finden, ich solle auf TV-Werbung verzichten, sage ich Ihnen: Schon längst hat das Thema Einzug in die Printmedien gefunden und gar andere „Tabu“-Gebiete für sich entdeckt. Neulich habe ich nämlich vom ersten probiotischen Tampon gelesen! Heisst das, was dem „hinten raus“ recht ist, ist dem „vorne rein“ billig? Oh gütiger Gott, wohl bekomm’s…!

Und ach: es gibt auch einen Wodka-Tampon… aber bitte – lesen Sie selber…

mittwochs immer im Tagblatt der Stadt Zürich

Ich tus ungern, liebe Leserinnen und Leser, will ich aber immer ehrlich zu Ihnen sein, muss ich das Thema aufs Tapet bringen: Zurzeit dreht sich bei uns alles um das „Geschäft“ des Kleinen, das er partout in die Windeln verrichten will. Nicht, dass er „es“ nicht spürte, denn immer, wenn „es“ so weit ist, verzerren sich nicht nur seine Gesichtszüge, sondern versteckt er sich wohlweislich, um meinen bohrenden Fragen zu entgehen, weshalb er es wieder nicht rechtzeitig melden konnte.

Klar weiss ich, dass es Kinder gibt, die ihr Geschäft zwar kommen spüren, aber Angst vor der eigentlichen Verrichtung haben und es deshalb vorziehen, es einfach tot zu schweigen. So verbringe ich die Tage mit Abpassen des richtigen Zeitpunkts zwischen erster Gesichtzugsveränderung und bereits eingeleitetem Verrichtungsprozess. Ein einziges Mal in all diesen Wochen ist es mir gelungen, den Vorgang sekundengenau direkt in die Toilette zu kanalisieren.

Bestimmt verstehen Sie, dass ich abends nichts mehr von solcherlei Geschäften hören, geschweige denn sehen will. Doch leider hat es die Werbung auf mich abgesehen. Kein Abend vergeht, ohne dass ich am TV mit probiotischen Drinks und Joghurts konfrontiert werde, welche die Darmflora stärken und die Verdauung fördern sollen. Dabei muss ich mir nicht nur unschöne geblähte Bäuche ansehen, sondern auch durch unappetitliche Symbolbilder aufzeigen lassen, wie dank diesen Produkten alles Üble wunderbar „hinten raus“ kommt.

Ist es mir zu verübeln, dass Verdauungsvorgänge und deren Resultate für mich im Moment ein Reizthema sind? Wenn Sie nun finden, ich solle auf TV-Werbung verzichten, sage ich Ihnen: Schon längst hat das Thema Einzug in die Printmedien gefunden und gar andere „Tabu“-Gebiete für sich entdeckt. Neulich habe ich nämlich vom ersten probiotischen Tampon gelesen! Heisst das, was dem „hinten raus“ recht ist, ist dem „vorne rein“ billig? Oh gütiger Gott, wohl bekomm’s…!

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