Familienleben Kolumne

Corona-Stay-at-home-Zeit – Abschied mit Wehmut

Corona-Stay-at-home-Zeit - Abschied mit Wehmut
Die Stay-at-home-Zeit war irgendwie noch schön…

Am liebsten bis zu den Sommerferien

Die Schule hat wieder angefangen. Zumindest für den Kleinen. An je zwei Vor- und Nachmittagen in der Woche findet wieder Präsenzunterricht statt. Der Grosse hingegen darf noch einen weiteren Monat Homeschooling betreiben. Ich sage bewusst «darf», weil sich unsere Jungs so gut mit der neuen schulischen Situation arrangiert haben, dass sie bis zu den Sommerferien so weitergemacht hätten. Natürlich vermissen sie ihre Schulkameraden und die Normalität des Lebens vor Corona, doch das selbstorganisierte Lernen zu Hause – vor allem unter Einbezug vieler technischer Hilfsmittel – hat ihnen ebenso gefallen. Auch uns Eltern.

Die Krise als Chance für die ganze Familie

Auch wenn Homeoffice, Homeschooling und Familienleben nicht immer einfach unter einen Hut zu bringen waren, haben wir diese intensive Zeit zu Hause genossen und aus der Situation das Beste gemacht. Dabei haben wir auch festgestellt, dass es problemlos möglich ist, 100 Prozent Leistung zu erbringen, wenn man morgens eine Stunde später loslegt, dafür keine Zeit für Schul- und Arbeitsweg verliert. Oder dass man das Tagesziel auch dann erreicht, wenn man zwischendurch den Kopf bei einem Pingpong-Match im Garten lüftet und dann wieder Vollgas gibt. Auch haben wir erfahren, dass der Mehraufwand, der durch die ständige Anwesenheit von vier Personen im Haushalt anfällt, durch die Mithilfe aller wieder wettgemacht werden kann.

Die Familie ist näher zusammengerückt

Natürlich hat die ständige Nähe Reibungsflächen geboten. Doch sie hat uns auch ermöglicht, uns gegenseitig besser zu verstehen. Wir haben alle direkt Anteil genommen am Leben des anderen. Diese gegenseitigen Einblicke haben die Wertschätzung für das Tun jedes Einzelnen gefördert und uns noch ein Stück weiter zusammengeschweisst. Nun gilt es, zur Normalität zurückzukehren. Mir kommt dies wie eine neue Art von Abnabelung vor, die ich gerne hinausgeschoben hätte. Tschüss, Stay-at-home-Zeit, irgendwie war es doch schön mit dir.

immer mittwochs im Tagblatt der Stadt Zürich

Wie erlebt ihr den Neustart als Familie?

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