Familienleben Gastbeiträge

Bühne frei für “Die Angelones”-LeserInnen: Zeit für eine Verschnaufpause für Mamis

Morgen ist bei uns der letzte Schultag angesagt. In den 5 Wochen Sommerferien eine Auszeit geniessen zu können, wird wahrscheinlich dann eher eine luxuriöse Ausnahme sein. Aber bekanntlich ist Vorfreude die schönste Freude und ich freue mich schon riesig auf die Zeit, die nach den 5 Wochen kommen wird: Alle meine Kids sind dann nämlich schulpflichtig!!! Wenn ihr aber noch ein, zwei Jahre durchhalten müsst, dann habe ich euch hier ein paar Ideen, wie ihr trotz Kinder zu einer Auszeit kommen könnt.

Kennt ihr den Coiffeursalon noch von innen? Oder wann war eure letzte „Jahres“-Kontrolle beim Gynäkologen oder beim Zahni? Wann habt ihr euch und eurem Körper das letzte Mal eine Auszeit gegönnt ohne Kids im Schlepptau?

Also ich persönlich habe recht Mühe, für solche Angelegenheiten Termine zu organisieren und zögere sie gerne hinaus, da, seit ich als Vollzeitmami zu Hause bin, keines meiner Kids in eine Kita oder einen Hort geht und Oma nicht immer kostenlose Lückenbüsserin sein soll. Aber das ist leider auch nicht die Lösung. Deshalb freue ich mich um so mehr, dass es nicht mehr lange geht und alle drei Kids schulpflichtig sind. Juhuuu… endlich wieder etwas Luft und mehr Zeit für meine eigenen Interessen. Langweilig wirds mir bestimmt nicht! Und es wird auf jedenfall nicht mehr geputzt als bis anhin – denn: es wird ja auch nicht mehr so schnell dreckig wie bisher 😉

Sollte ich mich jetzt wegen dieser Vorfreude „schämen“? Ist das der natürliche Ablösungsprozess oder ist es einfach aller höchste Zeit, dass ich mal mehr auf mich selbst achte? Also, ich liebe meine Kids und bereue sie auf keinen Fall, aber auch mit pädagogischer Ausbildung im Rucksack fordern sie mich manchmal extrem!

Ok, den Coiffeur habe ich mir immer mal wieder gegönnt und da musste Oma die Kids jeweils übernehmen, aber es gibt noch andere kostenlose bis günstige Möglichkeiten, eine Auszeit zu organisieren. Natürlich muss jeder selbst entscheiden, ab welchem Alter er/sie das Kind in „fremde“ Hände geben möchte, deshalb gebe ich dazu keine Altersempfehlungen ab. Dies sind aber meine Vorschläge für eure Auszeit:

  • Geteiltes Leid sinnvoll nutzen: Kinder haben am wenigsten Mühe neue Kontakte zu knüpfen und manchmal entstehen daraus sogar Freundschaften unter deren Mütter. Man trifft sich wieder zu „Playdates“ und kommt im Gespräch auf den Nenner, dass sich beide Mütter nach mehr Auszeit sehnen. Wie wäre es nun mit dem Vorschlag, dass einmal in der Woche ihr Kind zu euch nach Hause spielen kommen kann (ohne Mama) und an einem anderen Wochentag deins zu ihr gehen dar? Wie lange diese „Playdates“ sein sollen, vereinbart ihr untereinander. Es braucht nicht zwei Mütter, um die Sicherheit der beiden Spielkameraden zu gewährleisten.
  • Um ein Kind zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf: Warum nicht ein Inserat im Laden nebenan oder eins in der Dorfzeitung platzieren mit der Anfrage, ob jemand interessiert wäre, euch (freiwillig) etwas unter die Arme zu greifen? Um Klatsch und Tratsch zu vermeiden, würde ich den Familiennamen bei den Kontakdaten weglassen, aber ansonsten ist es der Versuch sicherlich wert.
  • Familie mal schnell vergrössern: Keine Angst, nicht mit einem weiteren Geschwisterchen oder einem neuen Haustier, aber mit einem zusätzlichen Opa oder Oma. Manchmal ist es nicht (mehr) möglich seine eigenen Eltern in die familiäre Kinderbetreuung einzuplanen, aber unter diesem Link kann man einen Opa oder eine Oma „adoptieren“.
  • Notfallbetreuung oder voraussehbare Engpässe absichern: Beim Schweizerischen Roten Kreuz kann man um Betreuungshilfe anfragen, wobei die Voraussetzungen für eine Zusage je nach Kanton verschieden geregelt ist. Ausserdem ist deren Hilfe nicht kostenlos, aber einige Krankenversicherungen übernehmen diese Kosten (teilweise). Auch viele Landes- sowie auch Freikirchen bieten bedürfnisorientierte Hilfe an. Man muss nicht zwingend ein Mitglied der Gemeinde sein, man darf aber die geleistete Dienstleistung (anonym) mit einer Spende würdigen. Weitere mögliche Anlaufstellen sind auch die Mütterhilfe, die Schweizerische Hilfe für Mutter und Kind oder der Elternnotruf.
  • Schnelle, aber standortfixierte Auszeit: In grösseren Einkaufszentren gibt es meistens Spielparadiese für Kinder ab meistens 3 bis 7-10 Jahre alt. Sehr selten ist die Dienstleistung kostenlos, aber falls es kostet, dann max.5chf/h. Die Betreuungszeit ist pro Tag auf max. 2 – 4h beschränkt (müssen sie so machen, sonst fällt die ganze Dienstleistung unter das strengere Kita Reglement) und man muss während der ganzen Betreuungszeit telefonisch erreichbar sein und sich im Einkaufszentrum aufhalten.
  • Aber mein Kind braucht mich doch?!?! Manchmal klammern Eltern mehr als deren Kinder. Oder die Kinder klammern, weil sie spüren, dass das, was gleich passieren wird, ihre Eltern beängstigt. Also muss das Kind sich nun auch fürchten, weil das Vorgelebte der engsten Bezugsperson wird schon richtig sein?! Deshalb ist es sehr wichtig, dem Kind beim Abschied ein sicheres Gefühl zu geben. Das heisst: Im Vorfeld das Kind positiv über das Vorhaben informieren: Wo bringt ihr es hin oder wer wird zu euch nach Hause kommen? Wo werdet ihr hingehen und was wird das Kind in der Zwischenzeit erleben?

So sollte es eigentlich klappen mit der Auszeit! Die ersten Male ist es besser, wenn die Auszeit etwas kürzer ist, damit das Kind merkt, dass ihr wirklich zurückkommt und nicht erst zurückkommt, wenn es schon weint. Danach ist immer gut, das Kind und die Betreuungsperson zu fragen, wie es war, damit man weiss, wo man beim nächsten Mal anknüpfen kann.

Welche Möglichkeiten habt ihr schon einmal genutzt? Vielleicht sogar eine, die hier nicht erwähnt wurde? Teilt sie bitte mit uns! Oder habt ihr Auszeitsregeln in eurer Familie eingeführt? Wie handhabt ihr die?


Victoria ist immer auf Schnäppchenjagd, gerne spontan, kreativ und oft mit ihren 3 Energiebündeln „on the road“. Sie liebt es, Neues zu probieren und zu entdecken, ihre Batterien füllt sie sich oft beim Wellnessen oder in der Natur auf. Bücher und (am liebsten Lindth) Schokolade werden von ihr genüsslich verschlungen. Beruflich und privat hat sie sich im Pädagogischen und im „Managen von NPO’s“- Bereich ausgebildet. Momentan ist sie jedoch lieber Vollzeitmami und Bloggerin. In ihrem Blog mamioase.ch geht es hauptsächlich um das Wohl der Mütter. Sie sollen hier Tipps und Tricks für den Alltag bekommen, Ermutigungen und Inspirationen für Veränderungen. Ein Power-tank-Blog für Mütter eben.

Und hier findet ihr die bisher publizierten Beiträge der Bühne frei-Rubrik:

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