Familienleben Kolumne

Back to the future

Blick zurück ins 1976

Beim Umorganisieren unserer Familienbibliothek ist mir mein allererstes Wissenschaftsbuch in die Hände geraten. Ein Buch aus dem Jahre 1976, das mir mein Vater aus Italien mitgebracht hatte.

Damals fuhr er dann und wann mit seinen Brüdern über die Grenze nach Como, um sich mit Pasta, Kaffee und Panettone einzudecken. Weniger, weil es preislich ein Wahnsinnsdeal gewesen wäre, sondern vielmehr, um ein Stück Heimat nach Hause zu bringen. Die Vielfalt an italienischen Köstlichkeiten in der Schweiz war damals bei weitem nicht so gross wie heute, erst recht nicht im Glarnerland.

Fundament für Bücherliebe

Jedes Mal überraschte mich mein Vater mit neuen Büchern, mit welchen er nicht nur das Fundament für meine Bücherliebe legte, sondern auch ein starkes Band zur italienischen Kultur schuf. Nebst Kultbüchern wie «Pinocchio» oder «Cuore» brachte er mir einst das besagte Wissenschaftsbuch für Kinder mit. Ich war klein, konnte zwar gut Italienisch lesen, verstand aber nicht wirklich alles, was ich in diesem Buch entdeckte. So beschränkte ich mich anfänglich, diese Wundertüte an Informationen immer wieder durchzublättern und anzuschauen.

Ausblick in die Zukunft

Am meisten imponierten mir die Bilder des Alls, aber besonders beeindruckt war ich stets von der letzten Seite. Hier wagten die Autoren einen Ausblick in die Zukunft: Es sollte dereinst Schwebezüge geben, die durch magnetische Kräfte angetrieben würden. Riesige Mühlen würden Strom aus Wind produzieren und Hausdächer in der Lage sein, die Sonnenenergie zu nutzen. Es würde in der Zukunft gar Autos geben, die ganz von selbst fahren würden! An dieser Stelle richtete ich immer wieder überwältigt den Blick in die Ferne und versuchte, mir dieses unglaubliche Leben in der Zukunft vorzustellen.

Mehr als vierzig Jahre später halte ich mein abgegriffenes Wissenschaftsbuch wieder in der Hand und fühle mich beim Durchblättern noch genauso überwältigt. Was sich alles getan hat in dieser Zeit! Und wie wird das Leben in der Zukunft meiner Kinder aussehen?

immer mittwochs im Tagblatt der Stadt Zürich

Habt ihr auch Bücher, die euch gleichzeitig in die Vergangenheit wie auch in die Zukunft katapultieren?

Weitere spannende Beiträge zum Thema lesen und Leseförderung findet ihr nachfolgend:

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