Familienleben

Babyaufkleber am Auto – sinnvoll oder einfach nur ein Spleen?

Baby an Bord? Macht dieser Aufkleber Sinn?

Es begann irgendwann in den 90er Jahren. Mit diesen „Baby an Bord“-Aufklebern auf den Heckscheiben der Autos. Mögt Ihr Euch daran erinnern?

Die Aufkleber dienten damals dazu, die anderen Autofahrer darauf aufmerksam zu machen, dass ein Baby mit im Auto sitzt und dass zu dessen Sicherheit auf riskante Fahrmanöver verzichtet und Rücksicht genommen werden sollte.

Das fand ich ja schon damals fragwürdig, aber es ist noch schlimmer gekommen.

Mit den heutigen Babyaufklebern, die sogar mit dem Namen des Kindes versehen sind, wird nicht nur darauf hingewiesen, dass ein Kind mitfährt, sondern wir wissen nun auch, dass wir Kevins, Ronjas oder Justins verletzen könnten, wenn wir in das vor uns fahrende Auto donnern.

Die Babyaufkleber gibt es unterdessen in allen erdenklichen Motiven, es gibt auch solche extra für Geschwister und Zwillinge, es gibt solche, die einem auch grad das Sternzeichen bekannt geben und es gibt unterdessen auch schon Hundemotive, damit man auch auf den mitfahrenden Hund aufmerksam machen kann, logischerweise inklusive Hundenamen.

Kann mir jemand erklären, wieso man solche Babyaufkleber mit Namen und sonstigen Informationen an die Heckscheibe klebt?

  • Aus Sicherheitsüberlegungen? Damit der nachfahrende Autofahrer nicht ins eigene Auto hineinfährt, sondern besser irgendwo sonst hinein bolzt?
  • Um andere Autofahrer zu warnen, dass man selber derart abgelenkt ist, dass andere besser Abstand halten sollten? So quasi eine Lizenz zum chaotischen Autofahren?
  • Damit alle sehen, wie viele Kinder man in die Welt gesetzt hat?
  • Damit alle wissen, wie kreativ man bei der Namensgebung war?

Kritiker von Babyaufklebern sagen, dass

  • … die Aufkleber eher das Gegenteil bewirken: sie machen neugierig, man fährt nah ran, um eventuelle Namen lesen zu können oder gar ein Blick auf die Insassen zu werfen.
  • … die Aufkleber – wie das L bei Fahrschülern – andere Autofahrer dazu animieren, diese zu überholen, selbst in gefährlichen Situationen.
  • … es nicht unbedenklich sei, wenn die Namen der Kinder in der Öffentlichkeit bekannt gegeben werden und man sie z.B. damit von einem Spielplatz direkt in ein Auto locken kann.
  • … sie niemals ein hochwertiges Auto mit solchen Aufklebern verschandeln würden.

Also, ich weiss nicht. Fernfahrer haben ja auch Namensschilder hinter der Frontscheibe. Diese waren ursprünglich einmal dazu gedacht, dem entgegenkommenden Fahrer den eigenen Namen für den CB Funk anzugeben. Heute gehören die Schilder quasi zur Berufsausstattung. Vielleicht profitieren ja Kinder von diesem elterlichen Babyaufkleber-Boom und finden sich – ähnlich wie die Fernfahrer – zwar nicht über CB Funk, sondern viel einfacher und rascher auf einen Chat auf Facebook wieder!

Habt Ihr auch solche Babyaufkleber auf der Heckscheibe? Warum? Was bringen sie?

Einen weiteren spannenden Beitrag zum Thema findet ihr nachfolgend:

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16 Kommentare

  • Tanja
    2. April 2012 at 06:00

    Dieser Punkt gefällt mir am besten! : ■Um andere Autofahrer zu warnen, dass man selber derart abgelenkt ist, dass andere besser Abstand halten sollten? So quasi eine Lizenz zum chaotischen Autofahren?

    Wir haben auch solche Kleber aus dem einfachen Grund, dass sie mir gefallen!

  • Susan B.
    2. April 2012 at 06:12

    Wir werden nie solche Kleber am Auto haben , finden es einfach nur doof wenn alle Welt weiss wie unsere Kinder heissen .
    Heuzutage gibt es ja auch schon Nuggiketten mit Namen des Kindes dran .. ausser das es für die Eltern süss ausschaut habe ich keinen praktischen grund entecket.

  • Marie
    2. April 2012 at 07:59

    Es muss ja nun nicht alles einen praktischen Nutzen haben. Wir dürfen mal ehrlich sein, jede Frau besitzt Schuhe/Handtaschen/Klamotten bei denen nicht die Vernunft die Kaufmtscheidung getroffen hat. Jeder praktischer Erklärungsversuch dieser Aufkleber ist daher eigentlich Quatsch.

    Eltern tun manchmal seltsame Dinge um die Einzigartigkeit ihrer Kinder zu unterstreichen und die Umwelt darauf aufkam zu machen, dass sie sich fortgepflanzt haben. Nahezu absurde Namenskreationen mit passenden Autoaufklebern sind da ja nicht der allerschlimmste Auswuchs.

    Ich selbst habe als hormonell beeinträchtigte Endzeitschwangere tonnenweise weiße Bodys in Gr 56 liebevoll per Hand mit Namen und TOTAL INDIVIDUELLEN Motiven bemalt.

    Fazit: Nicht alles was Mütter tun, hat einen praktischen und sinnvollen Grund.

  • Nicole
    2. April 2012 at 08:18

    Vor längerer Zeit bin ich mal drauf aufmerksam gemacht worden, dass man das Kind nie sichtbar „anschreiben“ solle mit dem Namen, wegen der Gefahr, die laure, wenn ein Fremder die Namenskenntnis nutze, um Vertrauen zu erwecken. Daher würde ich wohl das mit dem Autoaufkleber nicht machen. Gestern beim Kinderkonzert habe ich dann auf dem Aufkleber, mit welchem man die Kinder „anschreiben“ konnte, um sie wieder zu finden, wenn sie verloren gingen, auch unseren Nachnamen hingeschrieben und nicht den Vornamen der Kids.
    Bei der Nuggikette (oder bei uns beim Nuggi selber) fand ich es wegen der Krippe praktisch, dass sie angeschrieben waren, denn so wussten die Betreuerinnen jeweils, wem der Nuggi gehört.

  • Katharina
    2. April 2012 at 09:03

    Also wir „nämele“ ja auch jeden Gegenstand und jedes Kleidungsstück, dass Kurzer in die Krippe mitzunehmen droht. Mein Auto ist aber nicht seins, deshalb habe ich das „nämele“ sein lassen 🙂

  • SomeintPhia
    2. April 2012 at 09:27

    Wenn man sonst schon kleberlos autofährt – die Garagen zahlen ja keine Werbeflächen – wars auch nie ein Thema, die Kleine aussen an den Pranger zu stellen. Die Nuggi-Kette heisst dann eben „Luusmeitli“, was nicht treffender sein könnte .. 😉

  • Nicole
    3. April 2012 at 05:58

    @SomeintPhia: Es gibt in der Krippe eben mehrere „Luusmeitlis“….. 😉 Aber die Nuggizeit ist ja zum Glück bei uns schon Monate lang vorbei…. 🙂

  • SomeintPhia
    3. April 2012 at 06:41

    @Nicole .. das ist so, da gäbe es dann wohl – wie bei den Spielzeugen – eine Ausnahme .. 😉

  • Bionic Hobbit
    3. April 2012 at 07:22

    Wieso hängen alle so übergrosse Schilder an ihre Fenster, wenn sie ein Baby bekommen haben? Erspart das das Reden mit der Nachbarschaft? Oder die Geburtsanzeige? Wie lange müssen die Dinger da hängen? Was macht man nachher damit?

    Also Nuggiketten mit Namen hatte ich nie, finde ich aber praktisch, weil doch öfters mal der Nuggi verloren geht, Kita, Spielplatz oder so.

    Kleber auf Autos finde ich doof. Aber das ist wohl einfach der ELternstolz. Wenn es hier Kleber für den Klassenbesten gäbe wie in den USA, würden die Eltern den auch auf’s Auto kleben. „Mein Sohn hat einen 6er in Mathematik“, „Meine Tochter studiert Informatik an der ETH“, „mein Sohn ist Mister Schweiz Kandidat“…

    Rita, ich bestell Dir mal einen Kleber „Mein Mann macht bei uns die Wäsche“, wie wär das?

  • Stephanie
    4. April 2012 at 09:56

    Also ich finde die Motive einfach nur süß!
    Ich habe mir auch einen bestellt aber nicht mit dem Namen meines kleinen sondern mit einem witzigen Text. Man kann so viel rumspekulieren wie man möchte aber Fakt ist, dass man tatsächlich mehr Aufmerksamkeit im Straßenverkehr bekommt. Ob das jetzt positiv ist oder nicht, ist eine andere Frage.
    Mir gefällt der Aufkleber an unserem van einfach und ich wurde schon oft auf den lustigen Spruch angesprochen! 🙂
    Auch wenn der Aufkleber vielleicht nur „Deko“ ist, so erfüllt er trotzdem den gleichen Zweck wie andere Aufkleber an den Autos.

  • Nicole
    4. April 2012 at 14:20

    Bin in der Tiefgarage gerade an einem Auto mit so Namens-Aufklebern (halb weggerissen….) vorbeigelaufen und habe dann wieder über das Thema nachgedacht. Wer also das nicht macht, weil ältere Kids das dann blöd finden könnten, dem kann ich nur sagen, dass man die Kleber offenbar gut wegreissen kann….. 😉

  • Rita Angelone
    4. April 2012 at 16:27

    @Nicole: Lustig, wie man plötzlich hellhöriger wird zu einem Thema bzw. dass dir jetzt die Aufkleber wahrscheinlich mehr ins Auge stechen. Ganz allgemein hasse ich Kleber, die nicht mehr wegkommen… z.B. Preisschilder an Geschirr, Gläser etc.

  • Otte
    22. Mai 2012 at 06:36

    Ich habe da noch diesen gefunden…:
    http://imgs.xkcd.com/comics/family_decals.png
    Schöne Grüsse aus Down Under, O.

  • Rita Angelone
    22. Mai 2012 at 20:58

    @Otte: andere Länder, andere Sitten 🙂

  • Sarah nussbaumer
    11. Juni 2019 at 14:13

    Hmm., wenn ich mir das Gesetz zum Schutz personenbezogener Daten so durchlese, würde Ich es, obwohl da nicht direkt darauf hingewiesen wird, unterlassen, den Namen meines Kindes ohne seine Einwilligung zu veröffentlichen. Ich mache das auch in den sozialen Medien bewusst nicht.

  • Baby on Board | Forny Mediation
    7. Juni 2021 at 11:03

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