Vater, Mutter, Mörder

Szene aus dem Film “We need to talk about Kevin”

Immer wieder, wenn Menschen schreckliche Taten begehen, frage ich mich, wie es sich anfühlen muss, wenn man deren Eltern ist.

All diese Menschen waren einmal kleine Kinder, hübsche und liebe, sie spielten und lachten und wurden von ihren Eltern geliebt. Keine Mutter, kein Vater auf dieser Welt kann sich ausmalen, dass ausgerechnet das eigene Kind irgendwann einmal etwas Grauenhaftes tun könnte. Aber was, wenn das Unfassbare geschieht?

Wie breitet sich der Schrecken über eine schlimme Tat des eigenen Kindes im Bewusstsein der Eltern aus?

Wie geht eine Mutter damit um, dass ihr Sohn Frauen vergewaltigt? Was geht in Eltern von Massenmördern vor?

Versuchen Eltern nachzuvollziehen, zu verstehen, wie es dazu kommen konnte? Sahen sie es vielleicht kommen?

Suchen Eltern nach einem eigenen Verschulden? Wie gehen sie mit ihren eigenen Schuldgefühlen um?

Lieben Eltern ihre Kinder auch nach solchen Greueltaten?

Glauben sie auch dann immer noch an das Gute in ihren Kindern? Glauben sie gar – entgegen allen Beweisen – dass nicht sein kann, was nicht sein darf?

Oder kippt Elternliebe in Hass um? Ist das überhaupt möglich?

Solidarisieren sie sich mit den Opfern? Unterstützen sie selber die harte Bestrafung ihrer Kinder? Ihre eventuelle Verwahrung? Vielleicht sogar aus Liebe, damit ihre Kinder nie wieder so etwas Schreckliches tun können?

Besuchen sie ihre Kinder im Gefängnis? Und worüber reden sie dann?

Können Eltern ihrem Kind auch einen Mord verzeihen? Oder werden sie ihr Kind fortan verschmähen?

Wollen und können Eltern ihren verlorenen Söhnen und Töchter trotz allem Eltern sein? Aber wie?

Ich habe lange nach solchen Fragen gegoogelt, doch ausser dem deutschen TV-Drama „Vater, Mutter, Mörder“, der sich mit einigen dieser Fragen beschäftigt, keine eigentlichen Antworten gefunden.

Habt Ihr Euch diese Fragen auch schon gestellt? Und habt Ihr versucht, Antworten darauf zu finden?

 Dieser Beitrag ist auch auf dem wir eltern-Blog erschienen!

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Eine Antwort auf Vater, Mutter, Mörder

  1. Lorelai sagt:

    Der Film schaut spannend aus (weil Tilda Swinton offenbar mitspielt ;) Worum geht’s da?? Diese grosse Angst steckt wohl in uns allen aber vlt hast Du einen Punkt genannt, der es sagt: “Kinder, die geliebt werden”. Ja, ist es so? Wurde ein Massenmörder als Kind tatsächlich geliebt? Es heisst ja immer, Kinder die geschlagen wurden, schlagen später auch zu. Also ich denke dass eine glückliche, kindgerechte Kindheit ein Kind davor schützt, später so auszuticken. Wobei es manchmal halt einfach eine Geisteskrankheit ist, die vlt sogar vererbbar ist. Dann kann wohl auch die beste Kindheit nicht vor einem Ausbruch schützen. Das ist dann im Kind drin wie eine andere Krankheit auch, die irgendwann ausbrechen kann…

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