Orgasmische Geburt: wenn man beim Gebären vor Lust schreit

Gebären war noch nie so lustvoll. Zumindest wenn man den Testimonials amerikanischer Mütter im Dokumentarfilm “Orgasmic Labour Birth” Glauben schenkt.

Allzu gut mag ich mich an den Geburtsvorbereitungskurs erinnern, an welchem mir die Hebamme enthusiastisch erzählte, wie sie bei jeder ihrer drei Geburten einem richtigen Groove verfiel und jedes Mal einen intensiven, langanhaltenden Orgasmus erlebte. Auch später, während ihrer Nachbetreuung als ich mich zu Hause mit der Milchpumpe abmühte, während sie mir dabei die Brüste massierte, fragte sie unnachgiebig, ob ich denn beim Stillen nicht wenigstens ein bisschen sexuelle Erregung spüren würde.

Die Geburten meiner Buben waren für mich die tiefschürfendsten Erlebnisse überhaupt. Und auch das Stillen setzte jedes einzelne Hormon in meinem Körper in Bewegung. Doch mit sexueller Erregung oder orgasmischer Extase hatten meine Gefühle nicht im geringsten zu tun.

Schade, dass ich mich diesbezüglich wohl zu den frigiden Gebärenden zählen muss. Denn der Dokumentarfilm “Orgasmic  Labour Birth” zeigt, wie Frauen bei der Geburt eine intensive Lust verspüren können, die – ganz offensichtlich! – schöner  als jeder Orgasmus sein kann.

So gibt eine Mutter zu, von einer intensiven Lust überwältigt worden zu sein, während sie in den Wehen lag. Eine andere bestätigt, während der Geburt aus lauter Lust zugleich geweint und gelacht zu haben.

Beim Orgasmus während der Geburt handle es sich gemäss Filmproduzent um eine geheime Freude, über welche Frauen nicht sprechen wollen. Aus technischer Hinsicht rechtfertigen gewisse Hebammen diese Phänomen damit, dass während der Geburt ähnliche Hormone und chemische Substanzen im Körper der Frau freigesetzt werden wie wenn sie Sex haben.

Wie dem auch sei: für Frauen, die während der Geburt geschrien und sich nur nach der Linderung ihrer Schmerzen gesehnt haben, dürften solche Testimonials doch ziemlich schwer nachzuvollziehen sein.

Schmerzvoll oder lustvoll? Oder sogar beides? Wie war Eure Geburt?

Dieser Beitrag ist auch auf dem wir eltern-Blog erschienen!

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4 Antworten auf Orgasmische Geburt: wenn man beim Gebären vor Lust schreit

  1. lorelai sagt:

    orgiastisch? pah! bei geburt 1 hatte ich gott sei dank eine pda, bei geburt 2 blieb dafür keine zeit. die wehen waren eine grenz-/nahtoderfahrung. ich hatte das gefühl, in stücke gerissen zu werden, besonders in der übergangsphase und die presswehen habe ich gar ganz ausgeblendet. danach gings mir bestens und ich vergass achnell. nicht verständlich sind für mich die vielen websites über alleingeburten, hab den grössten respekt! zb freie-bildung.ch oder meinegeburt.blog.de

  2. Klar doch! War so toll beim ersten, dass ich sofort Zwillinge haben wollte! Hatte den doppelten Orgasmus bei den Zwillingen! Und dann die Erregung, als beide an meinen Zitzen saugten!!
    Das Geburtsvideo ist der neue Heimporno!

    Jetzt aber mal ehrlich, andersrum: Wissen die Damen überhaupt, was ein Orgasmus ist?

  3. Rita Angelone sagt:

    @Bionic und Lorelai: echt, es ist soooo schlimm. Schade, Bionic, bist du nicht auf Facebook, weil da gabs heute auf vielen Kanälen ganz lustige Kommentare dazu.

  4. Katharina sagt:

    Wieso nicht? Die beteiligten Muskeln sind dieselben :-)
    Ich mag es den Frauen aus dem Film gönnen, sie scheinen ihren Spass gehabt zu haben.
    Das Thema ist ja nicht ganz neu und ich bin zuversichtlich, dass jetzt die Frauen nicht gleich scharenweise gebären gehen, nur um den Orgasmus ihres Lebens erleben zu können. Die meisten würden nämlich vermutlich enttäuscht werden.

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